Selketal Stieg

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Die Wüstung Selkefelde (495 m ü. NN) befindet sich zwischen Stiege und dem Albrechtshaus direkt im Quellgebiet der Selke. Die Erste Nennung von Selkenfelde erfolgte in einer Urkunde Kaiser Ottos I., durch welche dem Servatiusstift in Quedlinburg der Königshof (curtis) „Quitelingen“ mit den dazugehörigen Dörfern u.a. „Silicanvelth“ übereignet werden. Selkenfelde wird ausdrücklich als „villa“ bezeichnet, was so viel wie Dorf bedeutet. Kaiser Otto IV. gab im Jahre 1203 den Ort Stiege und mit ihm auch Selkenfelde dem Grafen Siegfried von Blankenburg für geleistete Waffenhilfe zu Lehen. Der Ort wird 1209/27 im Güterverzeichnis des Grafen Siegfried wiederum als „villa que dicitur Selekenvelde“ genannt.   Bis Ende des 14. Jh. Hatte die Dorfgemeinde noch ihren eigenen Ortspfarrer. Ab dem 15. Jh. sind dann keine urkundlichen Erwähnungen des Ortes mehr erfolgt. Es ist also anzunehmen, dass er um 1500 bereits wüst war. Nordöstlich entstand im „Siebenjährigen Krieg“ im Jahr 1760 durch Preußen die neuzeitliche Verteidigungsanlage „Selkenfelder-Schanze“. Es lohnt sich den Wegweiser „Kanonenplatz“ an der B 242 zu folgen und sich diese rekonstruierte Verteidigungsanlage anzusehen. Die Kommunale Beschäftigungsgesellschaft des Landkreis Harz hat in Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde, dem Forstbetrieb Oberharz und der AFG Harz die Anlage in 2013 nachgebaut. Als Ausgangspunkt empfehlen wir den Parkplatz am Haltepunkt „Albrechtshaus“. Von dort wandern Sie über den Selketal-Stieg in Richtung Stiege und nach ca. 800 m halten Sie sich rechts, überqueren die Gleise und sind kurze Zeit später an der Stempelstelle.

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Der Katzsohlteich ist ein Stauteich und befindet sich am Ortsrand von Güntersberge, etwas oberhalb des auch „Bergsee“ genannten Mühlteich. Am Katzsohlteich, welcher als Vorfluter und Fischgewässer genutzt wird befindet sich auch ein schöner Rastplatz. Früher befand sich am Katzsohlteich eine mit Wasserkraft aus dem Teich betriebene Marmormühle, die heute leider nicht mehr existiert. In der Mühle wurde Marmor aus einem etwas oberhalb des Teichs gelegenen Steinbruch geschnitten und poliert. Der Mühlenteich ist ein 1752 angelegter Stausee mit einem 10 m hohen Erddamm am Wasserlauf der Selke. Er dient der Fischerei, dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasser-aufhöhung und ist auch ein beliebtes Naherholungsziel. Der Bergsee hat eine Länge von 125 m und eine Breite von 12 m und wird sowohl als Badegewässer als auch zum Angeln und Rudern genutzt. Für Eisenbahnliebhaber bietet die direkt am Südufer des Bergsees vorbeifahrende Selketalbahn ein schönes Fotomotiv. Ein besondere Attraktion in Güntersberge ist das außergewöhnliche Mausefallen- und Kuriositätenmuseum. Zu bewundern sind Mausefallen aller Art, aber auch alte, seltene Küchengeräte und weitere Kuriositäten. In der zum Museum gehörenden Galerie der stillen Örtchen befindet sich eine, in Deutschland einmalige, Bildergalerie zu diesem Thema. Ein guter Ausgangspunkt für die kurze Wanderung zum Katzsohlteich ist der Parkplatz am Bergsee von wo aus man dem ausgeschilderten Rundweg folgt und dann zum Katzsohlteich abbiegt.

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Die Waldwiese Hirschbüchenkopf befindet sich zwischen Güntersberge und Siptenfelde unterhalb der „Pension Waldoase“ und oberhalb des Selketalstiegs gelegen. Auf dem Grundstück der Pension befand sich bis Anfang der 90er Jahre ein Förderturm als Versorgungsschacht für die Grube Straßberg. Die Verschlussplatte des ehemaligen Schachtes ist bis zum heutigen Tag zu sehen. Die Stempelstelle befindet sich am Rande einer Waldlichtung oberhalb des Selketalstiegs, Von Siptenfelde aus folgt man der Beschilderung „Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz“ und gelangt am Zaun der „Pension Waldoase“ vorbei zur Stempelstelle.

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Die Talsperrenanlage Kiliansteiche liegt zwischen Straßberg und dem Naturresort Schindel-bruch in den „Straßberger Wiesen“. Ursprünglich gab es an der Stelle der Talsperre eine Staukaskade, bestehend aus 4 Teichen, wovon einer bereits 1610 urkundlich erwähnt wurde. Ab 1703 wurden im Zusammenhang mit dem Bergbau in Straßberg, weitere Kiliansteiche gebaut. Da zwei der Staudämme bereits in 1901 bzw. in 1944 gebrochen waren und der verbliebene sich im schlechten Zustand befand, errichtete der Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt von 1989 – 1995 die Talsperre Kiliansteich mit einem 25 m hohen und 210 m langen Steinschüttdamm. Oberhalb der Talsperre Kiliansteich wurde die Vorsperre Kiliansteich mit einem 7 m hohen und 110 m langen Erddamm errichtet. Hier wird der künstliche Büschengraben gestaut, welcher seinen Ursprung im Gräfingründer Teich und im Möllerteich hat. Beide Sperren dienen dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und als Trinkwasserreserve. Die Stempelstelle befindet sich am Erddamm der Vorsperre Kiliansteich und ist sowohl vom Naturresort Schindelbruch als auch vom Feriendorf Auerberg über die Wanderwege vorbei am Frankenteich erreichbar. Von Straßberg aus gelangt man durch das Rödelbachtal vorbei am Maliniusteich zur den beiden Talsperren.

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Das im Jahre 1995 eröffnete Bergbaumuseum und Schaubergwerk \“Grube Glasebach\“ befindet sich in der Nähe von Straßberg in einem Nebental der Selke. Bereits seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde hier Kupfererz abgebaut, später folgten Schwefelkies und Flußspat. Dieser Flußspat war bald das Hauptprodukt der Grube Glasebach und wurde bis zur Schließung des Bergwerks im Jahre 1982 gefördert. Heute steht die gesamte Anlage als technisches Denkmal des Harzer Bergbaus unter Denkmalschutz. Bei einem Besuch der Grube Glasebach erfahren Sie vieles über die umfangreiche Arbeits- und Technikwelt eines Bergwerks. Im Bereich über Tage gibt es in den vorwiegend aus den 1950er Jahren stammenden Gebäuden zahlreiche technische Einrichtungen und Maschinen zu betrachten, u.a. die alte Schmiede, die Lampenstube, das Fördermaschinenhaus, den Schiffsdiesel sowie das alles überragende Fördergerüst. Unter Tage erwarten den Besucher alte Schächte und Stollen sowie die weiteren bei der Erz- und Mineralienförderung entstandenen Hohlräume. Hier finden Sie überall noch die originalen dazugehörigen technischen Einrichtungen und Geräte vor. Außerdem befindet sich ebenso der gesamte übrige Bereich des Bergbaumuseums und Schaubergwerks Grube Glasebach im voll funktionsfähigen Originalzustand. Die Räume und die darin befindliche Technik sind bis ins kleinste Detail so belassen, wie sie zur Zeit der letzten Epoche des Grubenbetriebs waren. Erst dadurch ist es für Sie als Besucher erst möglich, ein wirklich authentisches Bild vom einstigen Bergbaugeschehen zu erhalten. Sie können die Grube Glasebach im Zeitraum von April bis Oktober täglich außer montags und freitags im Rahmen einer etwa einstündigen Führung besichtigen. Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 10 Uhr bis 16 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 10 Uhr bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten sind nach Anmeldung auch Führungen für Gruppen möglich.

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Die Stempelstelle Hellergrund befindet sich unterhalb des Birnbaumteiches zwischen Neudorf und der Grube Glasebach. An diesem Standort befand sich früher die Heller Wasserkunst, welche aus 3 Radkammern, mehreren Kunstgräben und einen kleinen Kunstteich bestand. Die Wasserräder übertrugen mit  bis zu 1 km langen Gestängen die Kraft zu den Pumpanlagen der Birnbaumschächte. Die Lichtschächte im Hellergrund  und im Birnbaumgrund waren die Belüftungsschächte des „Tiefen Stollens“ durch den das Wasser abgeleitet wurde. Die Birnbaumschächte wurden im  Jahr 1536 in Betrieb genommen und erst im Jahr 1860 stillgelegt. Der im 17. Jahrhundert zur Wasserversorgung angelegte Birnbaumteich ist ein beliebter Badesee und hat durch den Betreiber des Ferienpark eine vernünftige Infrastruktur erhalten. Ein Campingplatz mit moderner Ferienhaussiedlung und einer Gaststätte machen den Birnbaumteich zu einem attraktiven Ausflugs- und Urlaubsziel. Die Stempelstelle Hellergrund erreicht man vom Birnbaumteich aus oder über den bereits bei der Stahlquelle HWN 193 beschriebenen Bergbaurundwanderweg, welcher in Neudorf beginnt und über mehrere Stationen zur Grube Glasebach führt.

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Diese stark eisenhaltige Quelle wurde 1926 von Obersteiger W. Bock (1858-1933) entdeckt und befindet sich oberhalb des Tales der „Schmalen Wipper“ auf den Wipperberg. Seit 1910 ist Neudorf ein anerkannter und auch beliebter Urlaubsort. Der Ort liegt auf einem Hochplateau etwa 440 m ü. NN im Quellgebiet der Schmalen Wipper. Die „Stahlquelle“ wurde 1931 für den Fremdenverkehr erschlossen und trug zum guten Ruf Neudorfs als Erholungsort bei. Auf den Neudorfer Bergbaurundwanderweg, welcher auf ca. 15 km die über 600 jährige Bergbau-geschichte im Neudorfer Revier vorstellt, gelangt man über die sogenannte Menschentrappe zur Stahlquelle. Auf diesen steilen Hohlweg sollen auch die Dankeröder Butterfrauen auf dem Rückweg von Quedlinburger Markt unterwegs gewesen sein. Der Bergbaulehrpfad führt weiter über den Teufelsteich, die Fürst-Viktor-Hütte, den Birnbaum-teich, die Wasserkunstanlage Hellergrund HWN 194, zum Schaubergwerk Glasebach HWN 175. Wer nur die Stahlquelle erwandern möchte, kann die Tour von dem kleinen Parkplatz an der Straße von Neudorf nach Dankerode starten.

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