Ilsenburg

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Nordöstlich des Stadtzentrums von Ilsenburg befindet sich an der Einfahrt zum Walzwerk der für jedermann frei zugängliche Eisenhüttenpark. Dort wandeln Sie auf den Spuren der mehr als 700jährigen Geschichte der Eisenverarbeitung in dieser Stadt am nördlichen Rand des Harzes. Es sind im Eisenhüttenpark verschiedene Exponate ausgestellt, welche Ihnen einen kleinen Einblick in die regionale Produktion aus mehreren Jahrhunderten geben. Sie sehen u.a. den Nachbau eines mittelalterlichen Rennofens zum Schmelzen von Eisenerz, einen V-10-Motor mit Nockenwellen aus Ilsenburg und einen Radsatz eines Doppelstock-Eisenbahnwagens. Auf Schautafeln wird die historische Entwicklung der Verarbeitung von Eisen in Ilsenburg dargestellt. Sie finden außerdem eine Erläuterung der Wirkungsweise eines Rennofens. Der Eisenhüttenpark stellt den Beginn des quer durch die Stadt führenden Industrielehrpfades dar. Dieser will dem Besucher den mühevollen Weg vom Erz zum Metall nahebringen und begleitet ihn zu zahlreichen industiehistorischen Standorten im Stadtgebiet von Ilsenburg. Wesentliche Teile des Eisenhüttenparks sind im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten entstanden. Sie finden die interessante Freiluftausstellung direkt an der von der Bundesstraße 6n heranführenden Zufahrtsstraße. Durch die markante Köhlerhütte auf dem Gelände ist der Eisenhüttenpark schon von weitem gut zu erkennen.

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Im Raum Ilsenburg wurde bereits vor rund 1000 Jahren Eisenerz verhüttet und Metall verarbeitet. Während der Jahrhunderte wandelte sich das Antlitz der Produktionsstandorte von kleinen Werkstätten zu großen Industriebetrieben. Im Stadtgebiet von Ilsenburg stoßen Sie heute an vielerlei Stellen auf Relikte dieser Tätigkeiten. Etwa zwei dutzend der historischen Gewerbestandorte berührt der zu großen Teilen in ehrenamtlicher Arbeit entstandene Industrielehrpfad. Dieser thematische Weg führt den Besucher durch 700 Jahre Ilsenburger Wirtschaftsgeschichte. Auf zahlreichen Schautafeln erfahren Sie Wissenswertes zu den ehemaligen Produktionsstätten. Teilweise sind noch Reste von alten industriellen oder vorindustriellen Anlagen vorhanden. Auch die zahlreichen Teiche im Stadtgebiet dienten einst der Eisenindustrie und stellten das zum Antrieb der technischen Vorrichtungen notwendige Aufschlagwasser zur Verfügung. Auf dem Industrielehrpfad erhält der Wanderer einen interessanten, aber letztendlich dennoch fragmentarischen Einblick in die umfangreiche und komplexe Vergangenheit der Metallindustrie von Ilsenburg. Es wird versucht, an Originalstandorten das Zusammenspiel der einzelnen Gewerke und die Vielfalt der historischen Produktionspaletten aufzuzeigen. Der interessierte Besucher erhält eine Ahnung davon, wie mühevoll der Weg vom Erz über das Metall bis zu den daraus hergestellten Endprodukten war.

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Die Prinzess-Ilse-Quelle ist eine Mineralquelle im unteren Ilsetal am Fuße des Ilsesteins. Sie entspringt innerhalb eines schönen, im Stil des Historismus errichteten kleinen steinernen Brunnenhauses. Dieses direkt an der in das Ilsetal hineinführenden Straße befindliche Bauwerk ist nicht öffentlich zugänglich. In der Vergangenheit war das Wasser aus der Prinzess-Ilse-Quelle als Tafelbrunnen beliebt. Es wurde durch ein Rohr in einen Getränkebetrieb wenige hundert Meter unterhalb dieses Standortes geleitet und dort abgefüllt.

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Etwa zwei Kilometer südöstlich des Brockengipfels entspringt am Südosthang der Heinrichshöhe die Ilse. Ihre Quelle befindet sich auf etwa 960 Meter Höhe über dem Meer. Der kleine Gebirgsbach wendet sich sofort in Richtung Norden und fließt die ersten Kilometer kaum sichtbar unter großen Felsblöcken zu Tal. Dieser oberste Abschnitt des Flusses wird daher auch \“Verdeckte Ilse\“ genannt. Auf ihrem weiteren Weg durch das tief in den Fels eingeschnittene Ilsetal ist die Ilse aber sehr gut zu sehen – und auch zu hören: Eine besondere, in Jahrtausenden von der Natur allein geschaffene Attraktion sind nämlich hier die langgestreckten und kaskadenförmigen Ilsefälle. Bei Ilsenburg verläßt die Ilse den Harz in nordöstlicher Richtung. Sie fließt im nördlichen Harzvorland u.a. durch Veckenstedt, Wasserleben und Osterwieck. Nach der Durchquerung von Hornburg mündet sie nach einer Wegstrecke von rund 40 Kilometern bei Börßum in die Oker.

Im Ilsetal südwestlich von Ilsenburg überwindet die Ilse auf einem Streckenabschnitt von etwas mehr als einem Kilometer einen Höhenunterschied von etwa 120 Metern. Dabei stürzt das Wasser des wilden Harzflusses laut rauschend über eine Vielzahl kleiner und größerer kaskadenartig angeordneter natürlicher Wasserfälle talwärts. Die Natur hat hier im Laufe der Jahrtausende eine eindrucksvolle zusammenhängende Attraktion aus Fels und Wasser geschaffen. Der Mensch unterteilte diese unzähligen Wasserfälle mehr oder weniger willkürlich in die Unteren und die Oberen Ilsefälle. Vor Ort stellt es sich allerdings als sehr schwierig heraus, innerhalb der Wasserfallkaskade eine Grenze zu erkennen. Doch letztendlich ist das auch gar nicht nötig, denn die Ilsefälle beeindrucken ja nicht zuletzt durch das kilometerlange Zusammenspiel aller kleinen und großen beteiligten Elemente. Entlang der Ilsefälle verläuft der Heinrich-Heine-Wanderweg, welcher Ihnen zahllose imposante Ausblicke auf das lautstarke Naturschauspiel ermöglicht. Die große Anzahl kleiner Wasserfälle trägt wesentlich zur besonderen Attraktivität dieses von Ilsenburg zum Brocken hinführenden Weges bei.

\"Stempelstelle

Die Bremer Hütte ist eine Schutzhütte mit Rastplatz an einer Wegekreuzung im Oberen Ilsetal unweit der Roten Brücke. Sie stellt eine wichtige Station auf dem Heinrich-Heine-Wanderweg dar und bietet die Gelegenheit für eine kleine Pause. Von hier haben Sie mehrere Möglichkeiten, in verschiedene Richtungen und zu unterschiedlichen Zielen weiterzuwandern. Talwärts können Sie von der Schutzhütte aus auf dem bereits erwähnten Heinrich-Heine-Weg der Ilse an den Ilsefällen vorbei in Richtung Ilsenburg folgen. Dieser Wanderweg führt Sie in der Gegenrichtung direkt zum Brockengipfel. Bei guter Sicht erscheint dieser höchste Berg im Harz von der Bremer Hütte bereits zum Greifen nahe. Die Entfernung (Luftlinie) beträgt gerade einmal 3500 Meter. Allerdings trennen den Wanderer von diesem Ziel auch noch etwa 610 Höhenmeter. Wer nicht zum Brocken wandern will, kann von der Bremer Hütte aus auch nach Osten zur Plessenburg weitergehen. Der Weg nach Süden führt Sie dagegen am Oberlauf der Ilse entlang. In seinem weiteren Verlauf können Sie an verschiedenen Weggabelungen zum Molkenhausstern oder zu den Zeterklippen abbiegen. Es besteht nach rund 800 Metern außerdem die Möglichkeit, doch noch auf den Heinrich-Heine-Weg und damit in Richtung Brocken zu gelangen.

\"Stempelstelle

Nach alter Ordnung liegt die auf der Karte der Grafschaft Wernigerode 1768 aufgezeichnete Plessenburg auf der Forststätte Königskoll. (Dieser Name bezeichnet eine Kohlstätte, in der Tannenholz zu Holzkohle verschwelt wurde.) Am 27. Oktober 1775 begann man mit dem Bau des Jagdhaus Plessenburg, dies wurde pünktlich zur Jagdsaison im Oktober 1776 fertiggestellt. Pleß ist ein Ort in Oberschlesien, der kurz vor diesem Datum in den Besitz der Fürsten zu Anhalt Köthen kam. Prinz Friedrich Erdmann zu Anhalt-Köthen-Pleß heiratete am 13 Juni 1766 die Grafen Tochter Louise Ferdinande. Auf diesen Schwiegersohn ist der Name Plessenburg bezogen. Im Jahre 1880 wurde neben dem Jagdhaus das Küchen- und Personalhaus im heimatlichen Fachwerkstil gebaut. Die Plessenburg blieb bis 1945 im Besitz des Fürsten Christian Ernst zu Stolberg – Wernigerode. Der Fürst verkaufte 1945 zwei Drittel seines Nord-Harz-Forstes an die Gemeinde Forstverwaltung Ilsenburg. Von 1967 bis 1973 diente das Jagdhaus als Naherholungsobjekt. Am 25 Juni 1973 eröffneten das Ehepaar Bernhard und Ruth Krebs im damaligen Küchen- und Personalhaus eine Gaststätte. 1980 wurden dann das Jagdhaus und das ehemalige Personalhaus miteinander verbunden und es entstand das heutige Waldgasthaus Plessenburg“, welches mitten im Nationalpark Harz liegt und bereits in der zweiten und dritten Generation geführt wird. Von Ilsenburg folgt man den beschilderten Wanderwegen durch das Ilsetal aber auch von Darlingerode oder Drübeck führt ein schöner Wanderweg durch das Tänntal zur Plessenburg.

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