Kaiserweg
Im Bad Harzburger Ortsteil Bündheim steht rund 1500 Meter nordwestlich des Stadtzentrums das Schloß Bündheim. Der imposante Gebäudekomplex befindet sich auf dem Areal des einstigen herzoglichen Gutshofes. Seine Ursprünge reichen bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück.
Seit dem Jahre 1573 befand sich hier der Sitz des Amtmannes des Amtes Harzburg nach dessen Umzug von der baufällig gewordenen Harzburg. Das erste Amtshaus wurde im 30jährigen Krieg durch die Söldner Wallensteins zerstört. Der nach Kriegsende begonnene Neubau mußte auf Grund erheblicher Baumängel nach nur kurzer Nutzungszeit im Jahre 1685 durch ein drittes Gebäude am gleichen Standort ersetzt werden. Dieses einstige Amtshaus aus dem späten 17. Jahrhundert besteht bis heute. Vor dem Bauwerk befindet sich in Richtung Straße ein gepflegter Schloßgarten mit einem Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege. Hinter dem Bündheimer Schloß erstreckt sich eine weitläufige repräsentative Parkanlage im englischen Stil mit malerischem Teich, Kinderspielplatz und zahlreichen Sitzgelegenheiten. In den 1970er Jahren kaufte die Stadt Bad Harzburg das Schloß Bündheim, um es zu restaurieren und neuen Aufgaben zuzuführen. Der große Saal des Gebäudes, welcher auch unter der Bezeichnung „Rittersaal“ bekannt ist, wird in unseren Tagen für Veranstaltungen verschiedenster Art genutzt. Das mögliche Spektrum reicht dabei von der Hochzeit über kulturelle Events bis zum Kunsthandwerkermarkt.
Südlich des Bündheimer Schlosses erstreckt sich eine große, im englischen Stil gehaltene Parkanlage. Nicht weit vom einstigen Sitz des Amtmannes des Amtes Harzburg entfernt befindet sich das auf dem Bild erkennbare künstliche Gewässer. Ein niedriger Damm staut hier ein kleines Bächlein an, welches den Park durchquert. Der Schloßteich wird außerdem von Oberflächenwasser gespeist und läßt sich in wenigen Minuten zu Fuß umrunden. Doch auch die anderen Bereiche des gepflegten und abwechslungsreichen Schloßparkes eignen sich ideal für einen kleinen kurzweiligen Spaziergang. Neben dem Schloßteich finden Sie auf dem baumreichen Gelände noch diverse weitere Gestaltungselemente rund um das Wasser. Der Park grenzt im Westen an eines der ältesten deutschen Gestüte an. Für die jüngsten Besucher steht obendrein ein Spielplatz zur Verfügung. Die Kinder freuen sich bestimmt auch über einen Besuch des nahegelegenen Wildgeheges. Dieses beherbergt diverse Wildtierarten, welche auch gefüttert werden dürfen. Der Weg vom Schloßpark bis dorthin beträgt nur etwa 500 Meter.
Zwischen der Galopprennbahn und dem Golfplatz befindet sich wenige hundert Meter südwestlich des Schlosses Bündheim das Bad Harzburger Wildgehege. Auf dem Areal der einstigen Grube „Friederike“ sind seit vielen Jahren vier Wildtierarten beheimatet. Sie können hier Dam-, Rot- und Muffelwild sowie Sika-Hirsche betrachten und unter Beachtung der entsprechenden Hinweise auch füttern – ein Erlebnis für die ganze Familie. Der Besuch des Wildparks ist kostenfrei und ganzjährig möglich. In der näheren Umgebung gibt es zudem diverse Parkmöglichkeiten. Wer möchte, kann anschließend noch einen Spaziergang durch den schönen Bündheimer Schloßpark unternehmen.
Bei der sog. „Bergdorf-Ruine“ handelt es sich um die verbliebenen Mauerreste der einstigen Kirche St. Johannes. Diese befand sich südlich der historischen Altstadt von Goslar am Fuße des Nordhanges des Rammelsberges. Das Gebiet um dieses Gotteshaus wurde bereits vor der eigentlichen Stadtgründung von Goslar von Bergleuten bewohnt. Schon damals war die gesamte stadtähnliche Siedlung, deren Ursprünge vermutlich bis in die Zeit der Karolinger zurückreichen, von Befestigungsanlagen umgeben. Die Johanneskirche stand deshalb mitsamt der umgebenden Gebäude außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer von Goslar. Der einstige Name der Bergarbeitersiedlung verliert sich ebenso wie viele andere Details rund um diese Wohnstätte im Nebel der Geschichte. Die Bezeichnung „Bergdorf“ tauchte erstmals im Spätmittelalter auf, nachdem der Ort wüst fiel. Eine letzte größere Erweiterung erfuhr das Gotteshaus in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Im nördlichen Anbau befand sich vermutlich einstmals das Hospital der Bergleute. Dieses finanzierte sich durch regelmäßige Einzahlungen der Bergarbeiter. Damit gilt diese Einrichtung als frühe und weltweit erstmalig nachweisbare Form einer Sozialversicherung. Ihr zu Ehren wurde im Jahre 2010 auf dem Goslarer Marktplatz ein Gedenkstein aufgestellt. Im Jahre 1527 wurde Goslar vom Braunschweiger Herzog Heinrich dem Jüngeren belagert. Um diesem keine befestigte Stellung in Stadtnähe zu hinterlassen, trugen nach einem entsprechenden Beschluß des Rates der Stadt die Goslarer Bürger die St.-Johannes-Kirche samt ihrer Verteidigungsanlagen vollständig ab. Das einstige Gotteshaus geriet schon bald in Vergessenheit. Erst im Jahre 1926 erfolgten Ausgrabungen an diesem historischen Standort. Bei diesen Arbeiten konnten die noch recht gut erhaltenen Grundmauern freigelegt werden. Das Areal mit den Überresten der Bergdorf-Kirche ist in unseren Tagen zur Besichtigung für jedermann frei zugänglich.
Der Zwinger ist ein 19 Meter hoher Turm und befindet sich am südöstlichen Rand der Altstadt von Goslar. Er war einst Bestandteil der Stadtbefestigungsanlagen und wurde in den Jahren von 1517 bis 1524 erbaut. Die hauptsächliche Aufgabe dieses stark befestigten Turmes war der Schutz des Rammelsberges und des Ostteils des Goslarer Stadtwalls. Mit seinen bis zu sechs Meter dicken Mauern war er eines der stärksten Bauwerke der damaligen Zeit in Europa. Seine Verteidigungsfähigkeit konnte der Zwinger aber nicht unter Beweis stellen, denn er wurde nie in Kämpfe verwickelt. Im Inneren des Zwingers befinden sich heute ein Restaurant, mehrere Ferienwohnungen sowie das „Museum des späten Mittelalters“. In diesem können Sie u.a. mittelalterliche Waffen, Folterinstrumente und Ritterrüstungen besichtigen. Vom Dach des Zwingers haben Sie außerdem einen schönen Ausblick auf große Teile der Stadt Goslar.
Zur Kaiserpfalz gehörten ursprünglich neben dem Kaiserhaus u.a. die Kapellen „St. Ulrich“ und „Liebfrauen“, das Stift mit der Stiftskirche „St. Simon und St. Judas“ (meist auch als „Dom“ bezeichnet) sowie zahlreiche weitere religiöse und andere Bauwerke. Die erste Kaiserpfalz wurde in den Jahren 1005-1015 von Kaiser Heinrich II. erbaut. Unter Konrad II. und Heinrich III. wurde das Kaiserhaus in der Zeit von 1039 bis 1056 vollendet und erhielt sein heutiges Aussehen. Über 150 Jahre lang war die Goslarer Pfalz die bedeutendste im Deutschen Reich. Der Saal im Obergeschoß ist der größte jemals in Deutschland erbaute Kaisersaal. Insgesamt 23 glanzvolle Reichstage wurden hier abgehalten, der letzte 1219.
Im Jahre 1253 war letztmalig ein Kaiser in der Kaiserpfalz anwesend. Danach begann die Anlage langsam zu verfallen. Die Ruine der Kaiserpfalz wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts komplett restauriert. Nach der Reichsgründung im Jahre 1871 erhielt die Kaiserpfalz den Rang eines Nationaldenkmals. In ihrem Inneren wurden in diesem Zusammenhang wandfüllende historische Malereien angebracht. Sie sollten die ideelle Verbindung des neuen deutschen Kaiserreiches mit dem mittelalterlichen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation symbolisieren. Aus dieser Zeit stammen auch die Nachbildung des Braunschweiger Löwen und die beiden Reiterstatuen. Diese stellen Friedrich I. (Barbarossa) und Wilhelm I. dar. Die architektonisch einmalige St. Ulrich-Kapelle war die „Hauskirche“ der deutschen Kaiser. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und hat einen achteckigen Grundriß. In ihrem Erdgeschoß wird bis zum heutigen Tag das Herz Heinrich III. in einer vergoldeten Metallkapsel aufbewahrt. Sehenswert sind außerdem die nach römischem Vorbild erbaute Fußbodenheizung im Erdgeschoß sowie der Thron der ersten deutschen Kaiser. Dieser besitzt aus Bronze gegossene Lehnen und stammt aus der Zeit Heinrichs IV.. Zuletzt wurde er im Jahre 1871 von Kaiser Wilhelm I. bei der Neugründung des Deutschen Reiches verwendet. Die Kaiserpfalz kann im Rahmen einer Führung, aber auch ganz individuell besichtigt werden.
Gegenüber der Kaiserpfalz befindet sich ein großer Parkplatz. Hier stand noch vor 200 Jahren die gigantische Stiftskirche „St. Simon und St. Judas“. Sie gehörte mit zum Pfalzbezirk und nahm beinahe die gesamte Fläche des heutigen Parkplatzes ein. Die von Kaiser Heinrich III. gestiftete und in den Jahren 1047-1056 errichtete Kirche war Vorbild für viele andere sakrale Bauwerke in Deutschland. Weil es im Mittelalter üblich war, neben Bischofskirchen auch Kloster- und Stiftskirchen als „Dom“ zu bezeichnen, erhielt auch das prachtvolle Gotteshaus unweit der Kaiserpfalz diesen erhabenen Titel. Im Jahre 1819 war die Kirche „St. Simon und St. Judas“ so baufällig geworden, daß der Magistrat den Beschluß fassen musste, sie abzureißen. Goslar war seinerzeit so verarmt, daß an eine Restaurierung der Stiftskirche nicht zu denken war. Ihre Steine wurden anschließend als Baumaterial verwendet. Auf dem Pflaster des Parkplatzes sind die Umrisse des Domes angedeutet, so daß sich die einstigen Ausmaße noch heute erahnen lassen. Die auf dem Bild ersichtliche Domvorhalle wurde im Jahre 1150 fertiggestellt. Sie ist der einzige Gebäudeteil, welcher von dem mächtigen Kirchenbau „St. Simon und St. Judas“ übriggeblieben ist. In ihr werden heute die erhalten gebliebenen Denkmäler aus der Stiftskirche und eine Kopie des Throns der ersten deutschen Kaiser aufbewahrt. Das Original befindet sich in der Kaiserpfalz.
Die Klauskapelle ist eine kleine Kirche in der an Gotteshäusern reichen historischen Altstadt von Goslar. Im Vergleich zu den meisten anderen Gebetshäusern der einstigen Kaiserstadt zeigt sich die Klauskapelle wenig raumgreifend und daher relativ unauffällig. Die im Jahre 1186 erstmals urkundlich erwähnte Kapelle steht im Südwesten des mittelalterlichen Stadtzentrums. Bis in unsere Tage hinein blieb die kleine, aus Bruchsteinen im Stil der Romanik errichtete Saalkirche in wesentlichen Teilen unverändert erhalten. Die Klauskapelle diente ursprünglich als Gebetsraum für auswärtige Kaufleute, Reisende und Pilger. Ihre massive fensterlose Südmauer war einstmal ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigungsanlagen. Das Gotteshaus grenzte direkt an das ehemalige Klaustor, eines der zahlreichen Stadttore Goslars. Seit dem Jahre 1537 erfolgte die Nutzung des Bauwerks durch die Bergleute des Rammelsberges. Die Bergmänner erhielten das Gebäude als Ersatz für die zuvor bei Auseinandersetzungen mit dem Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel zerstörte Kirche im Bergedorp. Für mehr als vier Jahrhunderte diente fortan die zwischen Wohn- und Arbeitsstätte gelegene Klauskapelle den Bergleuten als Raum für ihre täglichen Gebeten und Andachten zu Schichtbeginn. Ein direkt angrenzendes Nebengebäude wurde außerdem als Hospital eingerichtet. In diesem versorgte man die alten und kranken Angehörigen der Bergleute, im Berg Verunglückte sowie die Witwen und Waisen der verstorbenen Bergmänner. Die Klauskapelle befand sich seit der Mitte des 16. Jahrhunderts im Besitz des Bergamtes. Von dessen Nachfolgerin, der Preussag (Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft, heute TUI), wurde sie im Jahre 1969 an die Frankenberger Gemeinde verkauft, welche das Bauwerk bis zum heutigen Tage im ursprünglichen Sinne nutzt. Um die Jahrtausendwende erfolgte eine umfangreiche Sanierung des historischen Gotteshauses. Besichtigungen und Führungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich.
Auf dem Frankenberg südwestlich der historischen Altstadt von Goslar steht die markante Kirche St. Peter und Paul. Dieses auch als Frankenberger Kirche benannte Gotteshauses wurde im 12. Jahrhundert als dreischiffige, kreuzförmige Basilika erbaut. Ein erster, der Nachwelt erhaltener schriftlicher Hinweis auf ein Kirchenbauwerk an diesem Standort datiert im Jahre 1108. Vermutlich bezieht sich diese frühe urkundliche Erwähnung aber auf einen Vorgängerbau der heutigen Kirche. Das Gotteshaus auf dem Frankenberg war eng mit den in unmittelbarer Nachbarschaft wohnenden Berg- und Hüttenarbeitern verbunden. Die Kirchenglocken läuteten in vergangenen Tagen die Schicht der Bergleute ein. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Bauwerk diverse Umgestaltungen. Das ursprünglich romanische Gotteshaus weist daher auch Elemente der Gotik und des Barock auf. Von etwa 1234 bis 1837 diente die Frankenberger Kirche als Klosterkirche für den benachbarten Konvent der büßenden Schwestern der heiligen Magdalena. Die nur wenige Meter von dem Gotteshaus entfernten einstigen Klostergebäude beherbergen in unseren Tagen eine Wohneinrichtung für ältere Menschen. Sie sind Privatgelände und können daher nicht besichtigt werden.Einstmals war das massive Westwerk der Frankenberger Kirche mitsamt den beiden Türmen Teil der Stadtbefestigung von Goslar. Im Jahre 1783 mußten diese Türme wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Anschließend erfolgte der Bau der charakteristischen barocken Haube über der Glockenstube. In den 1870er Jahren wurde das Gotteshaus umfangreich saniert. Im Inneren der Frankenberger Kirche befinden sich u.a. besonders sehenswerte Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert und ein aus Holz geschnitzter Altar im Stil des Barock. Über dem Südportal sind außerdem die beiden Schutzpatrone St. Peter und Paul abgebildet. Die Kirche auf dem Frankenberg ist in der Zeit von April bis Oktober täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Besichtigungen im Winterhalbjahr sowie Führungen sind nach vorheriger Absprache ebenfalls möglich. Vom Stadtzentrum aus können Sie das Gotteshaus in wenigen Minuten zu Fuß erreichen.
Ein besonders malerischer Platz im Südwesten der historischen Altstadt von Goslar ist der Frankenberger Plan. An das etwas abseits der großen Touristenströme gelegene Areal grenzen neben diversen sehenswerten Fachwerkhäusern u.a. die Frankenberger Kirche, das ehemalige Frankenberger Kloster sowie das historische Hospital „Kleines Heiliges Kreuz“. Sein heutiges Antlitz erhielt der Frankenberger Plan im Jahre 1951. Damals wurde der imposante Brunnen in der Mitte des Platzes umgestaltet. Dieser erhielt seinerzeit seine markante Figur sowie eine vermutlich aus dem Spätmittelalter stammende Brunnenschale.
Die Marktkirche St. Cosmas und Damian ist die Ratskirche und evangelische Hauptpfarrkirche der Stadt Goslar. Ihre Namensgeber sind die beiden Heiligen Cosmas und Damian – zwei frühchristliche Ärzte, welche im 3. Jahrhundert in Kleinasien viele wundersame Heilungen von Kranken vollbracht haben sollen. Aus diesem Grund gelten Cosmas und Damian auch als Schutzheilige der Kranken, der Ärzte sowie der Apotheker. Die inmitten der historischen Altstadt von Goslar stehende kreuzförmige romanische Pfeilerbasilika wurde im Jahre 1151 erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich stammt der zentrale Teil des Bauwerks aber bereits aus dem 11. Jahrhundert. Besonders markant ist der bollwerkartige Westteil der Marktkirche mit den zwei ungleichen Türmen. Ursprünglich hatten beide das selbe Aussehen, doch der Nordturm brannte im Jahre 1589 aus und wurde anschließend als offene Ausführung wiederhergestellt. Dieser Nordturm ragt 66 Meter in die Höhe, der Südturm ist 60 Zentimeter kleiner. Im Nordturm befand sich einst die Türmerstube und bis zum Jahre 1904 saß dort ein Beobachtungsposten, welcher vor allem mögliche Brände in der Stadt frühzeitig erkennen sollte. Über mehr als 200 Treppenstufen ist der Nordturm für Besucher begehbar. Von oben haben Sie einen herrlichen Rundumblick auf die gesamte Altstadt von Goslar und deren unmittelbare Umgebung. Im Turm können Sie außerdem die aus dem Jahre 1848 stammende Turmuhr besichtigen sowie die zweitgrößte Kirchenglocke Niedersachsens. Diese trägt den Namen „Johanna“, wiegt mehr als 6,8 Tonnen und weist einen Durchmesser von stattlichen 2,11 Meter auf. In der Marktkirche St. Cosmas und Damian finden Sie zahlreiche farbenprächtige Glasfenster vor. Auf diesen werden u.a. Szenen aus dem Leben und Wirken der beiden Heiligen dargestellt, welche schließlich der Christenverfolgung im Römischen Reich zum Opfer fielen. Sehenswert sind im Inneren des Gotteshauses außerdem ein von Putten getragenes Taufbecken aus Messing aus dem 16. Jahrhundert sowie ein aus dem Jahre 1659 stammender kunstvoller Hochaltar mit Szenen aus dem Ostergeschehen.
Die St.-Jakobi-Kirche befindet sich in der historischen Altstadt von Goslar etwa 300 Meter nordwestlich des Marktplatzes. Sie wurde bereits im Jahre 1073 erstmals erwähnt und ist damit die älteste erhaltene und noch heute genutzte Kirche der Stadt. Einst entstand das Gotteshaus auf Betreiben des Hildesheimer Bischofs Hezilo. Dieser wollte in Goslar und damit in unmittelbarer Nähe zur weltlichen Macht des Kaisers präsent sein. Doch als freie Bürger lehnten die Einwohner von Goslar den Einfluß des Bischofs ab und stellten die Kirche unter das Patronat des heiligen Jakobus. Vermutlich wurde dieser Heilige ausgewählt, weil Goslar seit jeher eine der unzähligen Stationen auf dem Jakobsweg war. Bereits im Mittelalter pilgerten viele Bewohner der Stadt zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren nach Santiago de Compostela, von wo sie mit neuen Eindrücken zurückkehrten. Aus der Epoche der Romanik ist im wesentlichen nur die wenig veränderte Turmfront der Jakobikirche erhalten. Im Laufe der Zeit erfuhr das Bauwerk zahlreiche Erweiterungen und Umbauten. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erfolgte eine weitgehende Umgestaltung des Gebäudes zur spätgotischen Hallenkirche. Die St.-Jakobi-Kirche stellte um das Jahr 1529 das Zentrum der Reformation in Goslar dar. Nach der Reformation gab es in der Stadt für einen langen Zeitraum keine katholische Kirche mehr. Beinahe drei Jahrhunderte später wies die preußische Regierung im Jahre 1803 die Kirche St. Jakobus der kleinen katholischen Gemeinde von Goslar zu. Im Jahre 1805 fand die Lesung einer ersten heiligen Messe in der Kirche statt. Die Innenausstattung des nun wieder katholischen Gotteshauses stammte vor allem aus den im Jahre 1803 aufgelösten Klöstern Riechenberg und Grauhof. Hier fanden ein Hochaltar, die Seitenaltäre, ein Beichtstuhl, das Gestühl, der Opferstock und unzählige weitere kleinere Gegenstände einen neuen Verwendungszweck. Auf Grund der zahlreichen Umbauten und Nutzungsänderungen findet sich heute im Inneren der St.-Jakobi-Kirche die ganze Vielfalt der Stilrichtungen wieder – von der Romanik über die Gotik und Renaissance bis hin zum Barock. Sie verschmelzen in diesem Bauwerk zu einer neuen Einheit.
Die Neuwerkkirche befindet sich im Nordwesten der historischen Altstadt von Goslar. Eingebettet in eine parkähnlichen Landschaft steht sie direkt neben der ehemaligen Stadtmauer unweit des Bahnhofs. Der Baubeginn der im Stil der Romanik errichteten dreischiffigen kreuzförmigen Basilika lag in den 80er Jahren des 12. Jahrhunderts. Im Jahre 1186 wurde der Hauptaltar geweiht, für das gesamte Bauwerk wird die Bauzeit bis zur Vollendung auf ca. 100 Jahre geschätzt.
Ursprünglich war die Neuwerkkirche eine Klosterkirche. Im zugehörigen Kloster lebten Nonnen des Zisterzienser- und später des Benediktinerordens. Zu diesem Kloster gehörte ein umfangreicher Besitz an Wald und Erzgruben, welcher die Versorgung der Frauen sicherstellte. Nach der Reformation wurde das Kloster in ein evangelisches Damenstift umgewandelt, welches bis zum Jahre 1969 bestand. Heute dient die Neuwerkkirche als Gemeindekirche für die Goslarer Neuwerk-Gemeinde.Im Laufe der Jahrhunderte hat die Neuwerkkirche keine nennenswerten Umbauten erfahren. Sie ist somit bis heute praktisch unverändert erhalten, was für ein Bauwerk der Romanik eine Seltenheit und Besonderheit darstellt. Sehenswert sind in der Kirche die byzantinischen Malereien im Chorraum sowie die schönen Steinmetzarbeiten im Inneren sowie außen an der Apsis. Die Neuwerkkirche kann von März bis Dezember jeweils von Montag bis Samstag zwischen 10 Uhr und 12 Uhr sowie täglich zwischen 14 Uhr 30 und 16 Uhr 30 besichtigt werden.
Ein historisch bedeutsames Ruinenareal erstreckt sich nördlich der Goslarer Altstadt. Dort befinden sich die Überreste mächtiger hochmittelalterlicher Bauwerke. Diese erblickten bei umfangreichen Grabungen in den Jahren 1963 und 1964 wieder das Tageslicht.
Einst gehörten die Mauern zu dem vermutlich um das Jahr 1025 von Konrad II. gegründeten Stift St. Georg. Bei den erwähnten Ausgrabungen fanden Forscher außerdem Hinweise auf noch ältere bauliche Anlagen aus der Zeit der Reichsgründung. Fragmentarisch erhalten geblieben sind die Grundmauern des Kirchenbauwerks mit achteckigem Grundriß sowie diversen Anbauten aus verschiedenen Jahrhunderten. Im Jahre 1527 wurde das Nonnenkloster mitsamt der Stiftskirche St. Georg von den Goslarer Bürgern den Flammen übergeben und anschließend alle oberirdischen Mauern niedergerissen. Grund hierfür war eine drohende Belagerung der Stadt durch den Braunschweiger Herzog. Man wollte diesem keine befestigten Anlagen im Vorfeld der Stadtmauern überlassen. Dem damaligen Beschluß des Stadtrates fielen noch zahlreiche weitere vorgelagerte Bauwerke zum Opfer. Das Gelände um die Ruine der Stiftskirche St. Georg ist in unseren Tagen als Parkanlage gestaltet. Das weitläufige Klosterareal erstreckte sich aber seinerzeit deutlich über die heute frei zugängliche Fläche hinaus.
