Sehenswertes in und um Aschersleben
Die Herrenbreite ist eine ausgedehnte zentral zwischen Bahnhof und historischer Altstadt gelegene Parkanlage in Aschersleben. Bereits im späten Mittelalter wurde das Gelände als freie öffentliche Fläche vor den Toren der Stadt erwähnt. Das Areal war damals unter der Bezeichnung \“Marsfeld\“ bekannt und reichte bis an die Stadtmauer heran. Dort steht noch in unseren Tagen der spätmittelalterliche \“Turm am Marsfeld\“ als Teil der einstigen Stadtbefestigungsanlage. Das Marsfeld nutzte man in der Vergangenheit u.a. als Aufmarsch- und Übungsplatz für das Militär. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Bebauung der Randbereiche des Marsfeldes, dessen Reste nun Herrenbreite genannt wurden. Seit dieser Zeit hat der Platz sein heutiges Ausmaß mit einer Grundfläche von etwa sieben Hektar. Nach dem Jahre 1865 und dem Anschluß der Stadt Aschersleben an das Eisenbahnnetz bepflanzte man einen Teil der Wiesenfläche mit Blumenbeeten und platzierte weitere repräsentative Gestaltungselemente. Schließlich verband die Herrenbreite nun das Bahnhofsgelände mit der Innenstadt, womit viele Reisende das Areal passieren mußten. Während der Zeit der DDR trug die Herrenbreite den Namen \“Platz der Jugend\“. Sie erhielt in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erstmals ein parkähnliches Aussehen. Es entstanden mehrere längs und diagonal das Gelände durchquerende Alleen. Im Jahre 1976 wurde außerdem am Rande der Herrenbreite eine Weltzeituhr aufgestellt, welche sich heute noch immer nahe ihres ursprünglichen Standortes befindet. Große Veränderungen erlebte die inzwischen denkmalgeschützte Parkanlage nach der Jahrtausendwende im Vorfeld der Landesgartenschau 2010. Die Herrenbreite wurde das zentrale und bedeutendste Ausstellungsgelände. In ihrer Grundstruktur blieb die Parkanlage erhalten, doch hinzu kamen viele neue Bepflanzungen, Kunstobjekte, Ruhebereiche und Spielanlagen. Durch die Alleen unterteilte sich die Herrenbreite bereits in acht unterschiedlich große Bereiche. Jedem dieser Areale wurde im Rahmen der Ausstellung ein bestimmtes Thema zugeordnet. Außerdem befindet sich noch ein kleines neuntes Feld im Zentrum des Parks. Dieses wird heute vollständig von einer Fontänenanlage eingenommen. Heute ist die Herrenbreite ein schöner und abwechslungsreicher Stadtpark in sehr guter innerstädtischer Lage. Ein großer Teil der Gestaltungselemente verblieb auch nach dem Ende der Gartenschau an Ort und Stelle. Im Süden der Parkanlage gibt es unweit der Weltzeituhr einen Übergang zum Bestehornpark. Zum Schutz der zahlreichen hochwertigen Grünanlagen bleibt die Herrenbreite in den Nachtstunden verschlossen. Das Gelände der Parkanlage eignet sich aber auch für ganz andere Zwecke. Jedes Jahr Ende August wird die Herrenbreite zum Austragungsort einer bedeutenden Pferdesportveranstaltung. An insgesamt vier Tagen findet dann an diesem Standort das Ascania-Pferdefestival statt.
Aschersleben besitzt eine gut erhaltene mittelalterliche Stadtmauer, welche den gesamten historischen Stadtkern umschließt. Diese auch für damalige Verhältnisse ungewöhnlich starke Befestigungsanlage ist rund 2,3 Kilometer lang. Die Mauer weist im Durchschnitt eine Dicke von einem Meter und eine Höhe von acht Metern auf. Sie hatte eine durchgehende Brüstung, welche auf der Außenseite etwas über das Mauerwerk hinausragte, sowie zwei verschiedene Arten von Schießscharten, welche jeweils für Gewehrschützen und für Armbrustschützen optimiert waren. Der Bau der Stadtmauer und der in ihr integrierten weiteren Verteidigungsanlagen erfolgte im Zeitraum von Mitte des 13. bis Ende des 16. Jahrhunderts. Besonders gefährdete Abschnitte im Stadtverteidigungssystem erhielten einen verstärkten Ausbau. Ursprünglich verfügte das Bauwerk über acht Tore und 51 Wehrtürme. Heute sind davon noch Teile eines der Stadttore sowie 15 der Türme erhalten. Die Stadttore waren meist als Doppeltore angelegt und besaßen einen festungsartigen Charakter. Das äußere Tor befand sich zwei bis drei dutzend Meter vor dem eigentlichen – dem inneren – Tor. Beide Toreinfahrten standen im rechten Winkel zueinander. Diese Bauweise verhinderte den Beschuß der Stadt durch das Tor hindurch, falls dieses von Angreifern zerstört oder erobert würde. Außerdem hatten die Verteidiger die Möglichkeit, von der Krone der Stadtmauer aus die von Mauern umgebenen Belagerer zwischen den Toren anzugreifen, sollte von diesen das äußere Tor eingenommen worden sein. Ein Fallgitter im Stadttor bot nochmals zusätzlichen Schutz. Die meisten Stadttore besaßen darüber hinaus einen hohen Torturm. Dieser ermöglichte es, einen Blick weit in das Vorfeld des Verteidungsbauwerkes zu werfen. Einige Tore wurden außerdem von einem mächtigen Zwinger umgeben. Im Mittelalter besaß die Aschersleber Stadtmauer 51 Wehrtürme und Schalen. Die Türme hatten im allgemeinen einen quadratischen oder annähernd quadratischen Grundriß und waren bis zu 42 Meter hoch. Ihre Mauern wiesen eine größere Stärke auf als die eigentliche Stadtmauer. Sie maßen zwischen 1,20 Meter und 1,80 Meter in der Dicke. Die Wehrtürme verfügten außerdem über zahlreiche Schießscharten. Manche Türme waren ebenfalls festungsartig ausgebaut und für bis zu 20 Mann Besatzung geeignet. Einige der Wehrtürme wurden als zur Stadtseite hin offene Halbschalentürme errichtet. Eine ähnliche Bauart finden Sie übrigens auch bei Wehrtürmen in Städten der Umgebung wie z.B. Quedlinburg und Wernigerode. Schalen nennt man die zur Stadt hin offenen niedrigen Rundtürme mit verstärkten Mauern. Diese befanden sich an gefährdeten Abschnitten der Verteidigungsanlage. Des weiteren waren in die Stadtmauer diverse Festungsbauwerke wie der Elisabethzwinger und das Rondell integriert. Im Vorfeld der Stadt standen einstmals insgesamt 12 Feldwarten an strategisch bedeutsamen Punkten. Von diesen Beobachtungstürmen sind heute noch zwei zumindest teilweise erhalten. Die Aschersleber Stadtmauer läßt sich am besten zu Fuß erkunden. In unseren Tagen führt ein Rundweg an dieser eindrucksvollen Stadtverteidigungsanlage entlang. Weite Strecken davon verlaufen durch Parkanlagen, welche vorwiegend im 19. Jahrhundert an der Stelle des einstigen, der Mauer vorgelagerten Stadtgrabens entstanden.
Dieser Turm der Aschersleber Stadtmauer trägt die Bezeichnung \“Schmaler Heinrich\“ und steht zwischen dem Marktplatz und dem Johannistorturm. Er wurde im Jahre 1442 im Stil der Gotik erbaut, ist rund 32 Meter hoch und hat eine recht kleine quadratische Grundfläche mit einer Seitenlänge von lediglich etwa 6 Metern. Der mit Schieferplatten bedeckte Helm weist eine Höhe von rund 10 Metern auf und besitzt vier kleine Ecktürmchen. Ein Kranich sitzt als Symbol der Wachsamkeit ganz oben auf der Turmspitze. Auf dem Bild blicken Sie vom Tie auf den Schmalen Heinrich. Der Turm ist außerdem auch von der Johannispromenade aus zu sehen. Das spätmittelalterliche Bauwerk können Sie im Rahmen einer Stadtführung betreten.
An der Johannispromenade steht zwischen dem Rabenturm und dem Schmalem Heinrich der untere Teil eines weiteren Wachturmes der Aschersleber Stadtmauer. Bei diesem Turmstumpf, welcher seinen typischen Helm verloren hat, handelt es sich um den Schimmelpfennigschen Turm. Er wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Ein Gitterzaun trennt das Bauwerk vom Promenadenrundweg. Auf Grund seines baulichen Zustandes ist der Schimmelpfennigsche Turm derzeit nicht begehbar. An der linken Turmseite sehen Sie ein kurzes Reststück der Stadtmauer.
Der Rabenturm ist ein sehr wehrhafter und gut erhaltener Turm. Er steht im Nordwesten der von der Stadtmauer umgebenen historischen Altstadt von Aschersleben unweit des ehemaligen Hohen Tores. Dieser 31 Meter hohe Wachturm besitzt einen steinernen Helm sowie eine mit Zinnen versehene Brüstung. Er wurde im Jahre 1442 im gotischen Stil erbaut. Der vier Stockwerke umfassende Rabenturm verfügt über insgesamt 21 Schießscharten, was Rückschlüsse auf die Stärke der einstigen Turmbesatzung erlaubt. Am Turm führte in vergangenen Zeiten der Weg zum Galgen vorbei, wo bereits die Raben kreisten. So erhielt das Bauwerk seinen heutigen Namen. In unseren Tagen ist der Rabenturm nur im Rahmen einer Stadtführung begehbar.
Die Südwestecke der Aschersleber Stadtbefestigungsanlage unweit des Ufers der Eine stellte einst einen Bereich mit erhöhtem Gefährdungspotential dar. Dies erforderte besondere Schutzmaßnahmen, welche im Jahre 1436 in Form eines mächtigen, 12 Meter hohen Bollwerkes mit mehr als einem Meter dicken Mauern umgesetzt wurde. Gemeinsam mit der sich in östlicher Richtung anschließenden Bastion erhält diese Große Schale nahe des Burgplatzes einen festungsartigen Charakter. Die Rundschale ragt deutlich über die hier nach Norden und Osten weiterführende Stadtmauer hinaus, wodurch sich eine gute Sicht auf das Vorfeld ergibt. 12 Schießscharten auf zwei Ebenen rundeten die Verteidigungsfähigkeit dieses Bollwerkes ab. Die Große Schale am Burgplatz ist im Inneren begehbar und für jedermann frei zugänglich. Der Klinkerbau im Hintergrund diente einst als Gerichtsgefängnis und beherbergt heute das Kriminalpanoptikum. Am rechten Bildrand sehen Sie außerdem den Turm der St.-Stephani-Kirche.Im Jahre 1253 war letztmalig ein Kaiser in der Kaiserpfalz anwesend. Danach begann die Anlage langsam zu verfallen. Die Ruine der Kaiserpfalz wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts komplett restauriert. Nach der Reichsgründung im Jahre 1871 erhielt die Kaiserpfalz den Rang eines Nationaldenkmals. In ihrem Inneren wurden in diesem Zusammenhang wandfüllende historische Malereien angebracht. Sie sollten die ideelle Verbindung des neuen deutschen Kaiserreiches mit dem mittelalterlichen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation symbolisieren. Aus dieser Zeit stammen auch die Nachbildung des Braunschweiger Löwen und die beiden Reiterstatuen. Diese stellen Friedrich I. (Barbarossa) und Wilhelm I. dar. Die architektonisch einmalige St. Ulrich-Kapelle war die „Hauskirche“ der deutschen Kaiser. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und hat einen achteckigen Grundriß. In ihrem Erdgeschoß wird bis zum heutigen Tag das Herz Heinrich III. in einer vergoldeten Metallkapsel aufbewahrt. Sehenswert sind außerdem die nach römischem Vorbild erbaute Fußbodenheizung im Erdgeschoß sowie der Thron der ersten deutschen Kaiser. Dieser besitzt aus Bronze gegossene Lehnen und stammt aus der Zeit Heinrichs IV.. Zuletzt wurde er im Jahre 1871 von Kaiser Wilhelm I. bei der Neugründung des Deutschen Reiches verwendet. Die Kaiserpfalz kann im Rahmen einer Führung, aber auch ganz individuell besichtigt werden.
Inmitten einer hügeligen, von unzähligen schattenspendenden Laubbäumen bestandenen Landschaft befindet sich im Südwesten der Stadt der Zoo von Aschersleben. Er stellt mit seinem vielfältigen Angebot ein attraktives Ausflugsziel für die ganze Familie dar. Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es auf diesem Gebiet einen Tiergarten. Der heutige Zoo öffnete im Jahre 1973 seine Pforten und bietet auf einer Fläche von rund zehn Hektar eine Heimat für mehr als 500 Tiere. Diese verteilen sich auf über 100 einheimische und exotische Arten. Besondere Attraktionen im Aschersleber Zoo stellen u.a. die Tigeranlage, das Bärengehege und das Areal der Jaguare und Panther dar. Für die kleinsten Besucher gibt es außerdem ein Streichelgehege sowie diverse Spielgeräte. Im Dschungelcafé, welches sich ebenfalls auf dem Zoogelände befindet, wird für das leibliche Wohl gesorgt. Auf dem Areal des Aschersleber Zoos gibt es aber noch weit mehr zu entdecken. Sie finden hier z.B. die Reste einer mittelalterlichen Burg, welche in die Tiergehege integriert wurden. Seit dem Jahre 1976 steht auf dem Gelände außerdem ein Planetarium. Dieses macht mit einem 590 Meter langen Planetenwanderweg auf sich aufmerksam.
Die Stadt Aschersleben besaß einmal außerhalb ihrer mächtigen Stadtbefestigung elf Warten, die im weiten Umkreis um die Stadt verteilt waren. Hinzu kam noch der erhaltene Bergfried der Alten Burg auf dem Wolfberg. Von allen diesen Warten sind uns nur zwei erhalten geblieben, die Westdorfer Warte südwestlich von Aschersleben und die Stassfurter Warte im Nordosten, direkt an der einstigen Grenze zu Anhalt-Bernburg.
Die Ausbildung der Ascherslebener Warten dürfte derjenigen der Westdorfer Warte bzw. der Stassfurter Warte entsprochen haben. Der Zeithorizont ihrer Entstehung dürfte im 12.- 13. Jahrhundert liegen.
Die 162m ü.N.N. stehende Westdorfer Warte ist ein Rundturm mit einem Durchmesser von 5,5 m und einer Höhe von 11 m. Die untere Mauerstärke beträgt 1,28 m. Am oberen Ende ist der Turm mit einer Brüstung, auf auskragenden Konsolen mit Rundbögen, versehen die einen Wehrgang bildet. Den Turmabschluss bildet ein achteckiger Steinhelm mit vier Lichtschlitzen. Der Steinhelm hat eine Höhe von drei Meter, so dass die Gesamthöhe des Turms 14 Meter beträgt. Wie im Mittelalter üblich befand sich der ursprüngliche Turmeingang in halber Turmhöhe. In seiner Ausbildung ist der Turm den großen Stadtmauertürmen von Aschersleben ähnlich.
Von den Einwohnern der Stadt wird sie auch als Hexenturm bezeichnet, da sich eine Hexenfigur auf dem Turm befindet. Während der Garnisonszeit im 19. Jahrhundert wurde im Turm auch Schießpulver aufbewahrt, so dass der Turm auch als Pulverturm bezeichnet wurde. Am Tag des offenen Denkmals wird der Turm der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und kann bestiegen werden.
Die Westdorfer Warte liegt unweit des Birkenweg ca. 400 Meter von der Kreuzung Birkenweg – Körtestraße – Goetheblick entfernt. Parken kann man am Straßenrand in der Nähe der Brücke über die Eine (Straße: Unter der Alten Burg).
Im Südosten der historischen Altstadt befindet sich unweit des Eineufers das Rondell. Dieses in den 1990er Jahren umfangreich sanierte Gebäude war einstmals das am stärksten befestigte Verteidigungsbauwerk der gesamten Aschersleber Stadtmauer. Es wurde seinerzeit von einer machtvollen Zwingeranlage sowie einem vorgelagerten Graben umgeben. Der Bau des Rondells erstreckte sich über beinahe acht Jahrzehnte und nahm fast das gesamte 16. Jahrhundert in Anspruch. Die mächtige Bastion wurde am Standort eines früheren kleineren Schalenturmes errichtet. Der Durchmesser des Rondells beträgt etwa 17 Meter und seine heutige Höhe ca. 23 Meter. Die Mauern der unteren Etagen sind bis zu vier Meter dick. Das Obergeschoß in Fachwerkbauweise setzte man erst im Jahre 1846 auf den bestehenden Festungsturm auf. In unseren Tagen wird das denkmalgeschützte Bauwerk hauptsächlich für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Der bis zu 50 Personen Platz bietende \“Bürgerraum\“ kann aber auch für diverse andere Zwecke gemietet werden. Im Rondell hat der \“Kulturkreis Adam Olearius Aschersleben e.V.\“ seinen Sitz.
Das Aschersleber Rathaus steht mitten im Zentrum der Stadt direkt am Marktplatz. Dieses hohe und sehr markante Gebäude erfuhr im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Erweiterungen durch An- und Umbauten. Als Folge dessen befinden sich am und im Rathaus verschiedene Baustile nebeneinander. Der Kern des heutigen Bauwerks stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Im Jahre 1517 begann man mit seiner Errichtung am Standort eines Vorgängerbaus. Der Hauptturm mit der weithin sichtbaren Uhr stellt den ältesten Teil des Gebäudekomplexes dar. Er existierte vermutlich bereits bei Baubeginn und ist vom Baustil den Türmen der Stadtmauer nicht unähnlich. Das Uhrwerk der Turmuhr wurde im Jahre 1580 konstruiert. Am Rathaus fallen an jeder Seite weitere charakteristische Gebäudemerkmale auf. Zu diesen gehören u.a. ein vierstöckiger Treppenturm an der Südseite sowie die diversen Erker und turmartigen Eckerker. In den 1990er Jahren wurde das Aschersleber Rathaus umfassend saniert. Heute haben in dem weitläufigen Gebäude verschiedene Behörden ihren Sitz.
Die Heilig-Kreuz-Kirche ist ein schlichter, einschiffiger Kirchenbau im Stil der Frühgotik im historischen Stadtzentrum von Aschersleben. Auf Grund seines Standortes direkt am Marktplatz wird dieses aus Bruchsteinen errichtete katholische Gotteshaus auch als Marktkirche bezeichnet. Ursprünglich war das Bauwerk Teil eines im Jahre 1311 erstmals urkundlich erwähnten Franziskanerklosters. Die beim Volk unbeliebten Mönche flohen während des Bauernkrieges vor den aufständischen Landarbeitern. Diese verwüsteten sowohl das Gotteshaus als auch die angrenzenden Klostergebäude. Nach der Niederlage der Bauern kehrten die Franziskanermönche nicht zurück. Lediglich in der Zeit des 30jährigen Krieges lebte das Kloster unter dem Schutz des kaiserlichen Heeres kurzzeitig wieder auf. Diese Episode dauerte aber nur wenige Jahre. Noch vor dem Ende dieses für Deutschland so verheerenden Krieges wurde die Kirche als Stall zweckentfremdet. In der Folgezeit riß man außerdem alle übrigen Bauwerke des ehemaligen Franziskanerklosters ab. Erst im Jahre 1697 wurde die einstige Klosterkirche wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt. Das zentral gelegene Gebäude war nun das Gotteshaus der reformierten Gemeinde. Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts erfolgte die Stationierung eines preußischen Kürassierregiments in Aschersleben. Für die dortigen berittenen Kavalleriesoldaten wurde die frühere Franziskaner-Klosterkirche zur Garnisionskirche. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte eine umfangreiche Sanierung der Marktkirche. Während diese in ihrem äußeren Erscheinungsbild in weiten Teilen ihren ursprünglichen Zustand bewahren konnte, erinnert heute im Inneren kaum noch etwas an die Zeit der Franziskanermönche. Im Jahre 1976 kaufte die katholische Gemeinde das mittelalterliche Gotteshaus. Drei Jahre später wurde es als \“Heilig-Kreuz-Kirche\“ neu geweiht.
Das Aschersleber Stadtmuseum befindet sich am Marktplatz in einem repräsentativen denkmalgeschützten Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. In diesem traditionsreichen Regionalmuseum erwartet Sie eine enorme Themenvielfalt rund um diese älteste Stadt Sachsen-Anhalts. Bereits im Jahre 1843 initiierten bedeutende Persönlichkeiten aus Aschersleben die Gründung eines naturwissenschaftlich orientierten Museums. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die stetig wachsende Ausstellung im Rathaus zu sehen. Im Jahre 1908 eröffnete dann das erste eigenständige Stadtmuseum am Stephani-Kirchhof. Nach mehrmaliger jahrelanger Unterbrechung des dortigen Ausstellungsbetriebes gelangte das Städtische Museum Aschersleben schließlich im Jahre 1955 an seinen heutigen Standort. Auf derzeit rund 500 m² Ausstellungsfläche erhalten Sie in unseren Tagen im Stadtmuseum von Aschersleben einen umfangreichen Einblick in die Entwicklung der Stadt – beginnend mit der ersten urkundlichen Erwähnung in der Mitte des 8. Jahrhunderts und endend an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Sie erfahren hier u.a. wissenswertes über die Askanierherrschaft, die Verhältnisse im Mittelalter, die Zeit des Bauernkrieges und des 30jährigen Krieges, die Ära der französischen Fremdherrschaft, die wirtschaftliche Entwicklung und Industrialisierung der Stadt sowie die Epoche der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts. Besondere Ausstellungsstücke sind z.B. eine geschnitzte Truhe sowie ein ebenfalls auf diese Weise gefertigter Holzaltar aus der Zeit der Gotik sowie ein Ölgemälde mit einer historischen Stadtansicht von Aschersleben. Einen weiteren Höhepunkt stellt die Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte der Region um Aschersleben dar. Es erwarten Sie dort zahlreiche Exponate aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Eisenzeit sowie aus der Ära der Völkerwanderung. Eine besondere Attraktion ist hierbei ein römisches Arztbesteck, welches in das dritte Jahrhundert n. Chr. datiert wird. Im Aschersleber Stadtmuseum finden Sie darüber hinaus eine reichhaltige Fossiliensammlung vor. Sie sehen hier u.a. das Skelett eines Fischsauriers, welcher vor rund 175 Millionen Jahren lebte. Des weiteren gibt es im Städtischen Museum zu Aschersleben diverse wechselnde Sonderausstellungen zu anderen Themen mit meist ebenfalls regionalem Bezug. Die Räumlichkeiten des Museums sind außerdem beliebte Orte für kulturelle Angebote.
Im Osten der Aschersleber Stadtbefestigungsanlagen steht an der Augustapromenade nahe des Bestehornhauses der \“Turm am Marsfeld\“. Dieses rund 26 Meter hohe Bauwerk mit seinen ca. 1,50 Meter dicken Mauern und dem steinernen Helm wurde im Jahre 1443 errichtet. Der Turm hat einen quadratischen Grundriß sowie eine Plattform mit Zinnenbrüstung, welche sich beinahe 20 Meter über den Erdboden erhebt. Jenseits der Stadtmauer erstreckte sich hier einstmals das Marsfeld – eine große freie Fläche, welche u.a. für militärische Übungen genutzt wurde. Vom früheren Marsfeld ist heute nur noch ein vergleichsweise kleiner Teil vorhanden und unter dem Namen \“Herrenbreite\“ bekannt. Im Rahmen einer Stadtführung können Sie auch das Innere des Turmes am Marsfeld kennenlernen.Ursprünglich war die Neuwerkkirche eine Klosterkirche. Im zugehörigen Kloster lebten Nonnen des Zisterzienser- und später des Benediktinerordens. Zu diesem Kloster gehörte ein umfangreicher Besitz an Wald und Erzgruben, welcher die Versorgung der Frauen sicherstellte. Nach der Reformation wurde das Kloster in ein evangelisches Damenstift umgewandelt, welches bis zum Jahre 1969 bestand. Heute dient die Neuwerkkirche als Gemeindekirche für die Goslarer Neuwerk-Gemeinde.Im Laufe der Jahrhunderte hat die Neuwerkkirche keine nennenswerten Umbauten erfahren. Sie ist somit bis heute praktisch unverändert erhalten, was für ein Bauwerk der Romanik eine Seltenheit und Besonderheit darstellt. Sehenswert sind in der Kirche die byzantinischen Malereien im Chorraum sowie die schönen Steinmetzarbeiten im Inneren sowie außen an der Apsis. Die Neuwerkkirche kann von März bis Dezember jeweils von Montag bis Samstag zwischen 10 Uhr und 12 Uhr sowie täglich zwischen 14 Uhr 30 und 16 Uhr 30 besichtigt werden.
Im Stadtpark von Aschersleben steht an zentraler Stelle eine eigentümliche übermannshohe Bronzeplastik. Dieses Werk des Berliner Künstlers Oliver Störmer ist eine materialisierte Darstellung der sogenannten „Potsdamer Kartoffel“. Mit dieser werden die Ungleichgewichte im Schwerefeld der Erde stark überhöht veranschaulicht. Somit handelt es sich bei dem scheinbar unförmigen Bronzeobjekt im Mittelpunkt der Parkanlage um ein nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten erschaffenes Abbild der Erde. Die anläßlich der Landesgartenschau 2010 aufgestellte Plastik trägt aus diesem Grund auch die Bezeichnung „Aschersleber Globus“.
Der Aschersleber Globus schlägt eine Brücke in die Vergangenheit und verbindet die Mitte des 17. Jahrhunderts mit der Gegenwart. Seinerzeit erschuf einer der bedeutendsten Söhne der Stadt Aschersleben, der Universalgelehrte Adam Olearius, den Gottorfer Globus. Bei diesem handelte es sich um eine drei Meter hohe kugelförmige Konstruktion, welche auf ihrer Außenseite die damals bekannte Welt darstellte und im Inneren über einen Vorläufer des heutigen Planetariums verfügte.
Der Aschersleber Globus hat mit einer Höhe von rund drei Metern und einer Masse von etwa 3100 Kilogramm ähnliche Ausmaße wie dieser historische Globus aus dem 17. Jahrhundert. Ebenso wie dieser will er dem Betrachter das zeitgemäße Antlitz der Welt vermitteln. Anhand beider Globen läßt sich gut ein Teil des Wandels erkennen, welchen das wissenschaftliche Bild der Erde im Verlauf der Jahrhunderte durchlief.
In längst vergangenen Zeiten glaubten die Menschen, die Erde wäre eine Scheibe. Später ging man von der Kugelgestalt der Erde aus. Doch auch diese Annahme stimmt nicht ganz. Was in Bezug auf die Landflächen jedermann noch sofort einleuchtet, trifft auch auf die Oberfläche der Ozeane zu. Eine ungleichmäßige Verteilung der Masse im Erdinneren sorgt dafür, daß die Form der Erde eher der einer Kartoffel ähnelt. Die Wissenschaftler sprechen hierbei von einem „Geoid“.
Mit Hilfe moderner Satellitentechnik ist es möglich, die Abweichungen der Erdoberfläche von der Idealform sehr genau zu erfassen. Aus diesen Daten haben die Fachleute vom GeoForschungsZentrum in Potsdam ein aktuelles Geoid der Erde errechnet. Um Hebungen und Senkungen auf der Oberfläche anschaulicher darzustellen, wurden diese Differenzen im Modell sehr stark überhöht.
Bis zum Jahre 2010 existierte dieses Modell nur auf den Festplatten der Rechner. Im März des genannten Jahres erblickte die Öffentlichkeit erstmals das Geoid als reales Objekt. Als „Aschersleber Globus“ steht es seither für jedermann frei zugänglich auf einer Wegkreuzung unter mächtigen Bäumen.
Bis zu diesem Zeitpunkt im Frühjahr 2010 war der Stadtpark von Aschersleben als Ort der Ruhe bekannt. Nun ist die Parkanlage auch ein Platz der Wissenschaft. Ein Besuch im Stadtpark ist durch die einzigartige Symbiose von moderner Forschung und Kunst besonders lohnenswert. Wo sonst können Sie eine derart große Bronzeplastik besichtigen, deren Form von Satellitendaten wesentlich mitbestimmt wurde?


