Blick zum Brocken

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Der Goetheweg zählt zu den beliebtesten Wanderwegen im Nationalpark Harz. Er beginnt in der Ortschaft Torfhaus nahe des Großparkplatzes an der Bundesstraße 4 und endet nach fast genau acht Kilometern auf dem Brockengipfel am Wolkenhäuschen. Sein Streckenverlauf entspricht ungefähr dem Weg, auf welchem im Dezember des Jahres 1777 Johann Wolfgang von Goethe den Aufstieg auf den Brocken wagte. Der Dichterfürst benötigte einst rund drei Stunden bis zum Gipfel des Berges, wobei seine genaue Route heute allerdings nicht mehr bekannt ist. Auf dem Weg von Torfhaus zum Brocken führt Sie der Goetheweg zunächst am Großen Torfhausmoor und am Abbegraben entlang. Anschließend passieren Sie den Quitschenberg mit den Quitschenberg-Klippen und gelangen dann zum Eckersprung. Der Weg wendet sich nun nach Nordosten und wird etwas steiler. Nach wenigen hundert Metern begleitet er am Hang des Königsberges für eine geraume Strecke das Gleis der Brockenbahn. Auf etwa 1030 Meter Höhe verbindet sich der Goetheweg mit der Brockenstraße und folgt dieser bis zum Gipfel. Der Goetheweg wurde im Zeitraum von 1991 bis 2009 umfangreich ausgebaut. Es erfolgte dabei streckenweise eine Neuanlage des Weges. Dieser verläuft nun teilweise parallel zum Gleis der Brockenbahn statt der bis in die 1960er Jahre hinein üblichen Streckenführung über den Königsberg und vorbei an den Hirschhornklippen. Aus diesem Grund trägt der Wanderweg dort auch die Bezeichnung \“Neuer Goetheweg\“. Auf der Wegstrecke befinden sich mehrere Rastplätze und zwei WC-Häuschen. Beim Goetheweg handelt es sich um einen recht kurzen und besonders abwechslungsreichen Brockenaufstieg. Rund 10 Prozent der Brockenbesucher erreichen den Gipfel des Berges über diesen Wanderweg. Der Goetheweg ist außerdem ein Teilstück des Harzer Hexenstieges.

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Der Abbegraben ist ein im Jahre 1827 angelegter Wassergraben südöstlich von Torfhaus. Er diente der Versorgung der Bergwerke des Burgstätter Zuges um Clausthal mit Antriebswasser für die dortigen Wasserräder. Der Graben zapft das Wasser der Abbe an, welche im wasserreichen Brockenfeld entspringt – einem Sumpfgebiet südwestlich des Brockens. Die Gesamtlänge des Abbegrabens beträgt 1540 Meter. Er ist der östlichste Ausläufer des umfangreichen Dammgrabensystems. Bis zum Zielort bei Clausthal legt das der Abbe entnommene Wasser rund 31 Kilometer in Gräben und Tunneln zurück und überquert dabei auch den Sperberhaier Damm. Das Wasser im Abbegraben besitzt eine rostbraune Farbe, welche durch gelöste Huminstoffe aus den Mooren hervorgerufen wird. Viele kleine Stichgräben fließen in den Abbegraben und führen ihm damit zusätzliches Wasser zu. Bei den Unmengen an Wasser im Brockengebiet mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von mehr als 1600 mm scheint die vergleichsweise geringe Wasserentnahme durch den Abbegraben nicht zu stören. Dennoch bewirkte die Anlage dieses wasserwirtschaftlichen Bauwerkes eine Veränderung der empfindlichen Vegetation unterhalb des Grabens. Man läßt aus diesem Grund heute diese Stichgräben wieder zuwachsen, um dem Moor die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren. Ein großer Teil des Abbegrabens verläuft parallel zum Goetheweg, so daß dieser Wassergraben vielen Brockenwanderern bekannt ist. In unseren Tagen steht der einst für bergbauliche Zwecke errichtete Graben unter Denkmalschutz. Er gehört außerdem zum Kulturdenkmal \“Oberharzer Wasserregal\“.

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Der Eckersprung (890 m ü. NN), die Quelle der Ecker, befindet sich an einem Rastplatz direkt am Goetheweg, welcher vom Torhaus leicht ansteigend zum Brocken führt. Die Ecker nimmt aus den Mooren unterhalb vom Brocken zahlreiche Bäche wie z.B. den Königsbach, den Morgendbrodsbach und die Abbe auf und fließt dann in die Eckertalsperre. Nach Verlassen der Talsperre fließt sie durch das idyllische, teilweise tief eingeschnittene Eckertal und mündet in ihrem Unterlauf, welcher zum großen Teil der Landesgrenze Sachsen-Anhalt ./. Niedersachsen entspricht, bei der Ortschaft Wiedelah in die Oker. Der Stempelkasten befindet sich in der Schutzhütte am Rastplatz. Wenn man vom Eckersprung aus nicht den Goetheweg zum Brocken folgen will, kann man über den Dreieckigen Pfahl HWN 168, die Hopfensäcke und den Abbegraben zum Torfhaus zurückkehren.

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Der „Dreieckige Pfahl“ ist ein historischer Grenzstein im Nationalpark Harz und befindet sich zwischen dem Torfhaus und Oderbrück. Ursprünglich markierte der Stein ein Dreiländereck, dann die Grenze zwischen dem Königreich Hannover und dem Herzogtum Braunschweig und später die Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Heute verläuft an dieser Stelle die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In der Nähe des Dreieckigen Pfahles befand sich früher eine bewirtschaftete Hütte, welche aber in 1945 von US-Soldaten niedergebrannt wurde. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Schutzhütte, in welcher auch der Stempelkasten angebracht ist. Von dem Wegkreuz aus führt in südlicher Richtung ein Weg zum Wurmberg, in nördlicher Richtung der Weg zum Brocken, nach Osten gelangt man über die Sandbrinkstraße nach Schierke und in westliche Richtung führen die Wege nach Oderbrück bzw. zum Ehrenfriedhof für gefallene Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Der kürzeste Weg führt vom kleinen Parkplatz am Ehrenfriedhof zum Dreieckigen Pfahl, von wo aus man die Wanderung zum Brocken HWN 9 oder zum Wurmberg HWN 156 fortsetzen kann.

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Der Wurmberg (971 m ü. NN) ist der höchste Berg des Bundeslandes Niedersachsen und nach dem Brocken (1.141 m ü. NN) die zweithöchste Erhebung im Harz. Der Wurmberg liegt außerhalb des Nationalpark Harz 3 km nördlich von Braunlage und 4,8 km Luftlinie vom Brockengipfel entfernt. Dazwischen liegt das Tal der Kalten Bode und die Grenze zu Sachsen-Anhalt bzw. zu Zeiten der Deutschen Teilung die Grenze zur DDR. Auf dem Gipfel wurde 1922 die Wurmbergschanze errichtet, deren 30 m hoher Anlaufturm auch eine Aussichtplattform enthielt. In 1950 wurde neben der Schanze eine Baude errichtet, die heutige Wurmbergalm. Die Skisprungschanze wurde 2014 wegen Bauschäden abgerissen. Seit 1963 führt die Wurmbergseilbahn von Braunlage aus auf den Gipfel und wurde in 2001 als komplett durchgängige Bahn erneuert – mit Aus- und Zustiegsmöglichkeit an der Mittelstation. Die Seilbahn ist 2,8 km lang und überwindet ca. 400 m Höhenunterschied. Sie wird ganzjährig betrieben und befördert Wanderer, Skifahrer, Mountainbiker und Monsterrollerfahrer auf den Gipfel. Der Wurmberg ist über viele beschilderte Wanderweg von den umliegenden Harzorten Braunlage, Schierke und Elend aber auch von Königskrug und Oderbrück zu erreichen.  Der Stempelkasten befindet sich an der Wurmbergalm direkt auf dem Gipfel.

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Am Wurmberg bei Braunlage befindet sich das höchstgelegene Wintersportgebiet des Harzes. Es bedeckt ein weitläufiges Areal rund um den Berggipfel und umfasst dabei Höhenlagen zwischen 565 Metern und 970 Metern über dem Meeresspiegel. An guten Tagen ist das Wurmberggebiet Ziel von mehreren tausend Wintersportlern aller Alterklassen. An den Hängen des Wurmberges gibt es 14 Skipisten mit vielen verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Längen von 450 bis 2650 Metern. Diese Pisten können auch kombiniert werden, so daß eine maximale Abfahrtslänge vom Berggipfel bis zur Talstation der Wurmbergseilbahn von rund 4,3 Kilometer Länge möglich wird. Alle Abfahrtsstrecken am Wurmberg sind zusammen ungefähr 13 Kilometer lang. Im Wintersportgebiet am Wurmberg kommen nicht nur Skifahrer, sondern auf einem speziellen Freestyle-Parcour auch Snowboarder auf ihre Kosten. Des Weiteren gibt es hier eine rund 1600 Meter lange Rodelbahn sowie einen Snowtubing-Hang (Schlauchreifen-Rodelbahn). Den Wintersportlern stehen neben der ganzjährig geöffneten Wurmbergseilbahn noch fünf weitere Ski- und Schlepplifte an verschiedenen Stellen des Wintersportgebietes zur Verfügung. Anfänger können den Umgang mit den beliebten Sportgeräten in einer Skischule mit eigenem Übungshang erlernen. Wer über kein eigenes Equipment verfügt, kann am Hexenritt den Skiverleih sowie am Rodelhaus nahe der Mittelstation der Seilbahn den Schlittenverleih nutzen. Sollte einmal der auf natürlichem Wege auf den Berg gelangte Schnee nicht ausreichen, stehen komplexe Beschneiungsanlagen bereit. Rund 100 Schneeerzeuger sorgen auch bei weniger winterlicher Witterung auf etwa 5,4 Kilometern Skipiste, der Rodelbahn sowie der Tubingbahn für ausreichend Schnee. Das dafür notwendige Wasser wird einem rund 45.000 Kubikmeter fassenden Speichersee nahe des Wurmberggipfels entnommen. Aus diesem Grund ist am Wurmberg auch dann noch Wintersport möglich, wenn im Harzvorland frühlingshafte Temperaturen herrschen. Den Wintersportlern stehen am Wurmberg zwei große Parkplätze zur Verfügung. Einer dieser Parkplätze mit Raum für rund 400 Pkws befindet sich an der Talstation der Wurmbergseilbahn. Ein weiteres Areal zum Abstellen der Fahrzeuge mit rund 650 Plätzen gibt es am Hexenritt. An manchem schönen Winterferientag gelangen diese Parkflächen aber schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Anfänge des Wintersportgebietes am Wurmberg reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Im Jahre 1968 wurden die ersten beiden Skilifte am Kaffeehorst und am Hexenritt erbaut. Es folgte 1974 eine Liftanlage an der Nordseite des Wurmberges. Die bisher letzte Ausbaustufe erfolgte in den Jahren 2012 und 2013. Seither ist auch die erwähnte künstliche Beschneiung der Skipisten möglich. Die jüngste Erweiterung des Skigebietes am Wurmberg ist bei Umweltschützern sehr umstritten. In deren Kritik stehen vor allem die erheblichen Eingriffe in die Natur. Im August des Jahres 2013 gab es sogar einen Anschlag der dem linksradikalen Spektrum zugerechneten \“Umweltorganisation\“ Earth Liberation Front auf die Wurmbergseilbahn. Die Attentäter haben damit den vor Ort engagierten Naturfreunden einen Bärendienst erwiesen, ohne den Ausbau des Wintersportgebietes zu beeinflussen. Die Betreiber der Liftanlagen weisen ihre Gegner auf die zahlreichen Ausgleichsmaßnahmen im unmittelbaren Umfeld des Skigebietes, aber auch an anderen Stellen des Harzes hin. Demzufolge hat sich z.B. die Gesamtfläche des Waldes im Harz durch das Wintersportgebiet am Wurmberg nicht reduziert.

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Innerhalb von etwa 15 Minuten befördert Sie die Wurmbergseilbahn vom Fuße des Wurmberges am nördlichen Ortsrand von Braunlage hinauf auf den 971 Meter hohen Berg. Die Bergstation befindet sich nur wenige Meter unterhalb des Gipfels. Bereits im Jahre 1963 wurde die erste Seilbahn von Braunlage zum Wurmberggipfel eröffnet. Die heutige modernere Anlage stammt aus dem Jahre 2000. Eine Besonderheit stellt die Mittelstation auf halber Strecke dar. Hier können Sie aussteigen und zu einem der zahlreichen Wanderziele im Wurmberggebiet aufbrechen. Die meisten Fahrgäste setzen aber die Fahrt zum Wurmberggipfel fort. Von der Talstation in Braunlage bis zur Bergstation auf dem Wurmberg überwindet die Seilbahn auf einer Gesamtlänge von rund 2.800 Metern einen Höhenunterschied von fast 400 Meter. Pro Stunde und Richtung kann die Wurmbergseilbahn bis zu 960 Personen befördern. Alle Kabinen besitzen sechs Sitzplätze. Während der Fahrt können Sie unzählige malerische Ausblicke auf den Kurort Braunlage und große Teile des Oberharzes genießen.

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