Bodetal

\"Stempelstelle

Am Ausgang des Bodetals bei Thale befindet sich die sagenumwobene Roßtrappe, ein markanter Granitfelsen mit einer Höhe von 403 Metern über dem Meeresspiegel. Der südliche Ausläufer des Roßtrappenberges ragt weit in das Bodetal hinein und fällt dort an der letzten großen Schleife der Bode fast senkrecht etwa 200 Meter in die Tiefe ab. Auf der Roßtrappe geht es im Vergleich zum gegenüberliegenden lebhaften Hexentanzplatz bedeutend ruhiger zu. Hier finden Sie u.a. ein Hotel mit Restaurant und Aussichtsterrasse, mehrere Andenkenläden sowie die Reste der Winzenburg, einer weitläufigen frühgeschichtlichen befestigten Anlage. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zur Roßtrappe zu gelangen. Von Thale bzw. dem Bodetal aus führen diverse steile, serpentinenartige Anstiege auf das Felsmassiv hinauf. Wer es bequemer mag, reist mit dem Auto an. Unweit des Hotels befindet sich ein kostenloser Parkplatz und ein weiterer an der Bergstation des Sessellifts. Eine Fahrt mit einer der 50 zweisitzigen Gondeln dieses rund 670 Meter langen Liftes ist besonders eindrucksvoll. Die im Jahre 2005 vollständig neu aufgebaute Anlage befördert Sie in etwa sieben Minuten rund 240 Meter in die Höhe – und bei Bedarf auch wieder hinab. Während der Talfahrt können Sie einen herrlichen Blick auf die Stadt Thale und das angrenzende Harzvorland genießen. Die bekannteste Attraktion auf dem Roßtrappenfelsen ist wohl der sagenhafte Hufabdruck, welcher dem Felsen seinen Namen gab. Angeblich hinterließ ihn das Pferd der Königstochter Brunhilde, nachdem diese auf der Flucht vor dem Riesen Bodo vom Hexentanzplatz mitsamt ihrem Roß über das Bodetal zum gegenüberliegenden Felsen gesprungen war. Doch offensichtlich wurde die eigentümliche Vertiefung im Granitgestein einst von Menschenhand erschaffen. Sie gehörte wahrscheinlich zu einer vorchristlichen Kultstätte auf dem Gelände der Winzenburg und könnte in grauer Vorzeit z.B. ein Opferbecken gewesen sein. Vom Parkplatz am Roßtrappenhotel haben Sie noch rund 700 Meter Fußweg bis zum Hufabdruck und Aussichtspunkt vor sich. Auf diesem recht beschwerlichen und nicht barrierefreien Weg können Sie unterwegs bereits diverse Ausblicke ins Bodetal und hinüber zum Hexentanzplatz genießen. An einigen dieser Stellen stehen auch Bänke, welche zum Verweilen einladen. Vom Aussichtspunkt auf der Südspitze der Roßtrappe scheinen die Felsen und Bauwerke auf der anderen Talseite zum Greifen nahe zu sein. Und wirklich – von hier bis zu den Gebäuden auf dem Hexentanzplatz beträgt die Entfernung (Luftlinie) lediglich rund 500 Meter.

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Es läßt sich nicht verleugnen, daß Goethe im Harz eine gewisse Verehrung entgegengebracht wird. Bei allem, was er für den Harz getan hat, kann es daher nur recht und billig sein, auch einen Felsen nach dem Dichterfürsten zu benennen. Dieser erhebt sich im wild-romantischen Bodetal nahe Thale, welches Goethe auf mehreren Harzreisen besuchte und ihn sehr beeindruckt hatte. Am Fuße des Goethefelsens führte der Geheimrat von Goethe verschiedene Gesteinsstudien durch. Der auch noch unter seinem alten Namen \“Siebenbrüderfelsen\“ bekannte Felsen wurde anläßlich des 200. Geburtstages von Johann Wolfgang von Goethe in \“Goethefelsen\“ umbenannt.

\"Stempelstelle

Die Stempelstelle Hirschgrund befindet sich am Gasthaus Königsruhe im romantischen Bodetal zwischen Thale und Treseburg. Das Bodetal ist das bedeutendste Felsental nördlich der Alpen und zog schon namhafte Dichter wie Goethe, Kloppstock, Heine, Eichendorff und Fontane in seinen Bann. Ein Thalenser Konditor erbaute 1834 eine Holzbude mit Feuerstelle an dem Ort an der Bode, den man schon damals Hirschgrund nannte. 1856 errichtete er direkt an der Bodebrücke ein größeres Gebäude und nannte es „Hirschgrund“. Da am 5.Mai 1834 der Preußische König Friedrich Wilhelm IV. hier Rast machte, wurde ihm zu Ehren das erweiterte Gasthaus im Jahre 1875 „Hotel Königsruhe“ genannt. Heute befindet sich das Gasthaus in Privatbesitz und bietet neben Speisen und Getränken auch die Möglichkeit in Pensionszimmern oder einer Ferienwohnung zu übernachten. Vom Parkplatz im Bodetal  in Thale folgt man der Beschilderung Harzer-Hexen-Stieg und wandert an der Bode entlang zum Gasthaus Königsruhe. Man sollte die Wanderung durch das Bodetal über die Sonnenklippe HWN 69 bis nach Treseburg fortsetzen.

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Die im Jahre 1863 erbaute Teufelsbrücke überbrückt die Bode nahe des Bodekessels an einer der engsten Stellen des Bodetals. Der Sage nach konnte dieses Bauwerk nur mit Unterstützung des Teufels errichtet werden. Als Gegenleistung verlangte der Fürst der Finsternis die Seele desjenigen für sich, welcher als erster die Brücke überquerte. Im Normalfall war dies der Baumeister selber. Doch dieser ersann eine List und trieb eine Ziege vor sich her, als er die Teufelsbrücke einweihte. So ging der Teufel – wieder einmal – leer aus. Bei einer Wanderung haben Sie heute jedenfalls nichts zu befürchten, wenn Sie die Bode auf der Teufelsbrücke überqueren.

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Die Bode ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Flüsse im Harz und weist eine Gesamtlänge von etwa 169 Kilometern auf. Ihre beiden Hauptquellflüsse sind die Warme und die Kalte Bode. Beide entspringen im Oberharz am Fuße des Brockens und vereinen sich in Königshütte unterhalb der Burgruine Königsburg. Nur wenige hundert Meter von dieser Stelle entfernt fließt das Bodewasser in den Stausee der Überleitungssperre Königshütte. Ein Teil des angestauten Wassers gelangt von dort über einen Stollen in den etwa zwei Kilometer entfernten Stausee der Rappbodetalsperre. Unterhalb der Staumauer fließt die Bode an der Burgruine Susenburg vorbei weiter nach Rübeland und Neuwerk und anschließend in die Talsperre Wendefurth. Dort vermischt sich ihr Wasser mit dem des wichtigen Nebenflusses Rappbode, welches zuvor in der Rappbodetalsperre zum größten Stausee des Harzes angestaut wurde. Auch das in der Überleitungssperre Königshütte abgezweigte Wasser ist nun wieder mit dem der Bode vereint. Nach dem Verlassen der Talsperre Wendefurth durchquert die Bode den kleinen Ort Wendefurth, um sich danach durch das sich immer tiefer in das Gebirge einschneidende Flußtal an Altenbrak und Treseburg vorbei bis nach Thale zu schlängeln. Der Abschnitt zwischen Treseburg und Thale gilt dabei völlig zu recht als schönster Teil des Bodetals. Er gehört außerdem zu den interessantesten und malerischsten Gegenden des gesamten Harzes. Neben dem Flußufer führt hier der letzte Teil des Harzer Hexenstieges entlang. Eine besondere Attraktion in diesem Bereich des Flußverlaufes stellt der brodelnde Bodekessel dar. Kurz vor dem Ausgang des Bodetals ragen außerdem die Felsen des Hexentanzplatzes und der Roßtrappe mehr als 200 Meter beinahe senkrecht über das Flußbett empor. In Thale verläßt die Bode den Harz und fließt über Neinstedt und Weddersleben weiter durch das nördliche Harzvorland nach Quedlinburg. Anschließend läßt der Fluß die Harzregion hinter sich und mündet nach der Passage von Wegeleben, Gröningen, Oschersleben und Staßfurt bei Nienburg in die Saale.

\"Stempelstelle

Die Sonnenklippe (280 m ü. NN) im ist ein Felsvorsprung im Bodetal, nahe Treseburg. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Bodetal eine urwüchsige, nahezu unbezwingbare Schlucht. Wanderwege gab es zu dieser Zeit noch keine, sodass man nur am Flussbett der Bode in das urwüchsige schroffe Tal vordringen konnte. Erste schmale Wanderpfade wurden mit der zunehmenden Entwicklung des Fremdenverkehrs um 1818 angelegt. Grenzsteine zeigen, dass die Bode einst ein Grenzfluss war. Die rechte Flussseite gehörte zum Königreich Preußen, die linke oberhalb des Bodekessel zum Herzogtum Braunschweig. Bereits 1937 wurde das Bodetal zwischen Thale und Treseburg zum Naturschutzgebiet erklärt. Der günstigste Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Bode in Treseburg. Von dort folgt man dem Harzer-Hexensteig in Richtung Thale und erreicht nach 1 km die Sonnenklippe. Es bietet sich an, die Wanderung durch das Bodetal zum Gasthaus Hirschgrund HWN 178 fortzusetzen.

\"Stempelstelle

Die Talsperre Wendefurth liegt zwischen Blankenburg und Hasselfelde oberhalb der B 81. Die Talsperre ist Teil der Multifunktionsanlage Bodewerk. Sie dient dem Hochwasserschutz,  der Niedrigwasseraufhöhung, der Stromerzeugung, und ist gleichzeitig das Unterbecken für das Pumpspeicherwerk. Das Oberbecken auf dem Kohlenberg hat einem Speicherinhalt von 2 Millionen Kubikmetern. Wenn die Elektrizitätswerke einen Engpass an elektrischem Strom haben, wird das Wasser des Oberbeckens über zwei Fallrohre von 3,4 m Durchmesser auf die Turbinen geleitet und es können 80 Megawatt Strom erzeugt werden. Hat man in den Elektrizitätswerken hingegen einen Überschuss, so wird das Wasser wieder in das Oberbecken gepumpt. Gleichzeit wird die Talsperre Wendefurth aber auch für die Naherholung und den Harz-tourismus genutzt. Die schwimmende Gaststätte „Zum Hecht“ bietet neben Bootsverleih auch Floßfahrten mit Verpflegung an. Adrenalin-Süchtige können an einem Doppelseil befestigt in 120 Metern Höhe und 1 km Länge an der Staumauer durch die Luft sausen oder angeseilt die 43 Meter hohe Staumauer hinunter laufen. Der Parkplatz ist direkt von der B 81 Ortsdurchfahrt Wendefurth aus zu erreichen. Man überquert die Staumauer und folgt dem Harzer Hexenstieg bis zum Aussichtspunkt Talsperrenblick mit dem Stempelkasten. Von hier hat man eine herausragende Aussicht auf den Stausee und das Pumpspeicherwerk.

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