HSB-Fahrt zum Brocken

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Der Schienenstrang der Brockenbahn liegt fast vollständig auf dem Gebiet des Nationalparks Harz. Die Schmalspurbahn fährt auf ihrem 1000 Millimeter breiten Gleis vom kleinen Harzort \“Drei Annen Hohne\“ bis zum Gipfel des Brockens. Dabei überwindet sie einen Höhenunterschied von etwa 585 Metern. Mit einer Streckenlänge von nur 19 Kilometern ist die Brockenbahn die kürzeste der drei noch existierenden Schmalspurbahnen im Harz. Sie können alle Bahnhöfe der Selketal- und der Harzquerbahn als Ausgangspunkt für Fahrten auf den Brockengipfel nutzen, denn alle Harzer Schmalspurbahnen sind miteinander verbunden. Die Brockenbahn blickt auf eine mehr als 100jährige wechselvolle Geschichte zurück. Im Juni des Jahres 1898 wurde der erste Abschnitt zwischen Drei Annen Hohne und Schierke eröffnet. Etwa einen Monat später erfolgte die feierliche Grundsteinlegung am Brockenbahnhof. Mit 1125 Metern über dem Meeresspiegel ist er heute der höchstgelegene Schmalspurbahn-Bahnhof in Deutschland. Nur wenige Monate darauf, im März 1899, wurde die Strecke bis zum Brockengipfel eingeweiht. Schon bald fuhren die Touristen in großer Zahl auf den höchsten Gipfel des Harzes. In den Anfangsjahren endete die Fahrt im Winter allerdings am Bahnhof Schierke, denn die Brockenbahn fuhr den Brockenbahnhof nur im Sommerhalbjahr an. Die beiden Weltkriege und die folgenden Nachkriegszeiten bremsten den Höhenflug. Der größte Einschnitt erfolgte aber am 13. August 1961. In Folge des Mauerbaus wurde der Personenzugverkehr zum Brockenbahnhof für mehr als 30 Jahre unterbrochen. Lediglich Güterzüge zur Versorung der militärischen Anlagen auf dem Berggipfel fuhren noch bis zum Jahre 1987. Auf Grund des starken Verschleißes an den Gleisen stellte man dann den Betrieb der Brockenbahn jenseits des Bahnhofs Schierke vollständig ein. Nach dem Ende der DDR wurde die Bahnstrecke zu neuem Leben erweckt. Es erfolgte eine rasche Sanierung der Bahnanlagen. Im Mai des Jahres 1991 erreichte nach rund vier Jahren Pause wieder eine Dampflok den Brockengipfel. Vier Monate danach wurde der öffentliche Zugverkehr auf der Brockenstrecke aufgenommen. Seit Juli 1992 fahren die Züge wieder nach regulärem Fahrplan zum Brocken. Wenn Sie sich von einer der ca. 700 PS starken Dampfloks auf den höchsten Gipfel des Harzes befördern lassen wollen, beachten Sie aber vorher die folgenden Kosten: (Stand vom März 2017)
EUR 41,– für einen Erwachsenen mit Hin- und Rückfahrt
EUR 98,– für eine HSB-Mini Gruppen-Card (ehemals \“Familienkarte\“ – 2 Erwachsene und max. 3 Kinder).
Der Fahrpreis ist dabei von jedem möglichen Ausgangsbahnhof gleich hoch. Kinder bis zum Alter von sechs Jahren fahren kostenlos.

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Der Brocken ist mit 1.141 m ü.NN der höchste Harzgipfel und liegt in der Gemarkung von Schierke in der Kernzone des Nationalpark Harz. Geografisch liegt er an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und war von 1961 bis 1989 Sperrgebiet. Klimatisch sorgt seine vorgehobene Position im Norden Deutschlands für raue Winde und kalte Temperaturen, vergleichbar mit den Bergen Islands. Im Brockenhaus findet man eine erlebnisreiche Ausstellung zur Geschichte und Natur dieses faszinierenden Berges. Die Geschichte des Brockengartens ist ebenso interessant wie seine Pflanzen außergewöhnlich. Der botanische Garten auf der waldfreien Kuppe des Brockens besteht seit 1890 und beherbergt heute rund 1500 Pflanzenarten aus allen Hochgebirgen der Erde. Er schützt und bewahrt vom Aussterben bedrohte und sehr seltene Pflanzen und zeigt zugleich seinen Gästen aus aller Welt, was ganz oben wächst und blüht. Inmitten von Granitblöcken wachsen auf der Brockenkuppe Pflanzen des hohen Nordens. Ein Rundwanderweg (1,6 km) führt um die Kuppe – dort entlang, wo einst die Brockenmauer stand. Nehmen Sie sich Zeit für den Brockenrundweg mit Teufelskanzel und Hexenaltar. Diese beiden Granitklippen auf dem Brockengipfel beeindruckten schon Goethe. An dieser Stelle treffen sich die Hexen und Teufel in der Walpurgisnacht. Seit Juli 1992 können die Fahrgäste der Brockenbahn wieder den höchsten Gipfel Norddeutschlands mit rund 700 PS starken Dampfrössern erklimmen. Ihr steilstes Streckenstück zum Brocken bewältigt die Bahn in ca. 50 Minuten ab dem Bahnhof Drei-Annen-Hohne.

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Auf dem Weg zum Brocken, an einer Schautafel befestigt, findet man den Stempelkasten „Gelber Brink“ (888 m ü. NN). Rechts davon stürzt die verdeckte Ilse hinab ins Tal. Man hört das Flüsschen rauschen und auch das Flussbett ist zu erkennen, der Wasserlauf aber versteckt sich unter riesigen Granitfelsen. Der kleine Rastplatz verführt zu einer kleinen Pause. Der eiserne Wegweiser zeigt verschiedene Wegrichtungen. Zum Brocken sind es nur noch 4 km. In der Nähe der Stempelstelle zweigt von der Brockenstraße der Urwaldstieg ab, welcher auf ca. 200 m Länge direkt durch die Kernzone des Nationalparks führt. Auf Tafeln entlang dieses Stieges kann man Gedichte des Blankenburger Schriftstellers Bernd Wolff lesen.

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Die Zeterklippen (930 m ü. NN) sind markante Felsformationen auf dem Rennekenberg über dem Ilsetal. Sie befinden sich direkt im Nationalpark Harz und dürfen nur auf den markierten Wanderwegen besucht werden. Die Zeterklippen lassen sich mit der vorhandenen Eisenleiter leicht besteigen. Von oben hat man bei guter Sicht einen unvergleichlichen Blick auf den Brocken. Die Herkunft des Namens Zeterklippen ist noch nicht eindeutig geklärt. Ihre exponierte Lage ermöglicht eine unvergleichbare Fernsicht zum Brocken und zum Hohnekamm auf die Grenz-, Höllen- und Leistenklippe. Der schnellste Zugangsweg führt von Schierke aus über die Brockenstraße und den Gelben Brink HWN 22 zu den Zeterklippen.

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Der Ahrentsklint (822 m ü. NN) befindet sich oberhalb von Schierke am Glashüttenweg. Von der Klippe hat man einen eindrucksvollen Rundumblick zum Brocken, dem Wurmberg, den Leistenklippen und auf Oberschierke. Der Ahrentsklint war unter der Bezeichnung „Arneklint“ (Adlerfels) die älteste Bezeichnung eines Forstortes im Schierker Gebiet. Er gehörte vor dem Jahr 1411 der Wernigeröder Bürgergemeinde. Am 28.01.1411 erwarb ihn der Graf zu Stolberg Wernigerode um sein Wald- und Jagdgebiet zu erweitern. Von da an zählte der Ahrenstklint zum gräflichen Forst und wurde Schauplatz repräsentativer Gesellschaftsjagden der feudalen Harzgrafen. Als Ausgangspunkt einer Wanderung zum Ahrensklint über den Trudenstein HWN 17 eignet sich Schierke oder Drei Annen Hohne.

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Die Feuersteinklippe steht auf einer kleinen Waldlichtung nördlich des Bahnhofs von Schierke. Von dort können Sie die markanten Felsen auf einem kurzen, aber etwas unebenen Wanderweg innerhalb weniger Minuten erreichen. Die beinahe senkrecht aufragende Klippe ist nicht begehbar. Die Feuersteinklippe ist eines der Wahrzeichen des Ortes und Namensgeber eines bekannten Kräuterlikörs. Mit dem als Feuerstein bezeichneten Kieselgestein hat die Granitklippe aber nichts gemeinsam. Der Name wurde vermutlich von den Steinen auf der Schierker Feuersteinwiese hergeleitet, auf welcher in früheren Zeiten Feuer für kultische Zwecke angezündet wurden. Eine andere Version behauptet, daß das Gestein der Felsklippe so hart sei, daß es beim Anschlagen mit einem Stück Stahl Funken erzeugen würde. Die Feuersteinklippen weisen die für den Harzer Granit typische Wollsackverwitterung auf. Der berühmteste Besucher der beeindruckenden Felsen war ohne Zweifel Johann Wolfgang von Goethe. Im Jahre 1784 besuchte der Dichterfürst die Feuersteine, um dort geologische Forschungen zu betreiben.

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