Klostertour

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Am nördlichen Harzrand befindet sich nordwestlich von Blankenburg das ehemalige Zisterzienserkloster Michaelstein. Es liegt idyllisch am Ausgang des Klostergrundes und wird an drei Seiten von den nördlichen Ausläufern der Harzberge umgeben. Das Kloster wurde im Jahre 1147 von der Quedlinburger Äbtissin Beatrix II. am alten Standort oberhalb der Höhle Volkmarskeller gegründet. In der Frühphase galten im Kloster benediktinische Regeln, jedoch schon ab dem Jahre 1152 geriet es unter den Einfluß der Zisterzienser. Unter diesen erlebte es im Mittelalter seine Blütezeit und entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Machtzentrum des Zisterzienserordens. Die Ernährung der Mönche bestand aus religiösen Gründen zu einem großen Teil aus Fisch. Daher legten diese etwa 20 Fischteiche in der näheren Umgebung, vor allem aber im Klostergrund an. Viele dieser Teiche sind noch heute vorhanden und werden wie in alter Zeit zur Fischzucht genutzt. Schwere Verwüstungen mußte das Kloster Michaelstein während des Bauernkrieges über sich ergehen lassen. Die Aufständigen plünderten die Klostergebäude und zerstörten die Klosterkirche – eine eindrucksvolle kreuzförmige Basilika – vollständig. Damit leiteten sie den Niedergang des Klosters ein und im Jahre 1543 legte der letzte katholische Abt sein Amt nieder. Im folgenden Jahr richteten die Grafen von Regenstein auf dem Gelände eine Klosterschule ein. Diese hatte mit Unterbrechungen Bestand bis zum Jahre 1807. Trotz aller Widrigkeiten der vergangenen Jahrhunderte ist bis in unsere Tage hinein ein bedeutender Teil der Gebäude des Klosters Michaelstein in seinem romanischen Ursprung erhalten geblieben. Es finden sich an vielen Stellen aber auch Stilelemente der Gotik, der Renaissance und des Barock. Eine große Attraktion sind die beiden nach mittelalterlichem Vorbild gestalteten Klostergärten. In ihnen wachsen mehrere hundert verschiedene Kräuter, welche zur Zeit der Mönche als Arzneibestandteile Verwendung fanden. In der heutigen Zeit zählt das Kloster Michaelstein zu den wichtigsten Kultureinrichtungen in der Region um Blankenburg. Das Kloster ist bekannt für seine zahlreichen Konzertveranstaltungen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Museum mit seiner großartigen Sammlung von Musikinstrumenten. Das Kloster Michaelstein ist außerdem eine Station auf dem Harzer Klosterwanderweg.

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In der Altstadt von Blankenburg steht das die gesamte Südseite des Marktplatzes einnehmende historische Rathaus. Es wurde im Jahre 1442 erstmals urkundlich erwähnt, soll alten Chroniken zufolge aber bereits 1233 bestanden haben. Allerdings ist ein derart frühes Bauwerk an diesem Standort nicht belegbar. Die ältesten bekannten Spuren weisen in die Zeit um das Jahr 1400 zurück. Einen Rat der Stadt besaß Blankenburg aber spätestens im Jahre 1389. Neben der Stadtverwaltung waren im Rathaus auch das Gericht sowie eine Markthalle und der Ratskeller untergebracht. Des weiteren gab es einen großen Saal für Veranstaltungen unterschiedlichster Art. Auf dem Markt vor dem Rathaus standen einst der Pranger sowie verschiedene andere Objekte zum Vollzug von Bestrafungen. Diverse Verfehlungen wurden an dieser Stelle in aller Öffentlichkeit mit relativ simplen, aber deshalb nicht weniger wirkungsvollen Methoden geahndet. Die Verurteilten konnten sich seinerzeit auch noch nicht auf eine strafmildernde schwere Kindheit und mangelndes Entgegenkommen der Gesellschaft berufen. Der Marktplatz war darüber hinaus der wichtigste Handelsplatz der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte das Blankenburger Rathaus unzählige Um- und Anbauten und präsentiert sich in unseren Tagen mit einem Gemisch verschiedener Stilrichtungen. Sein heutiges Antlitz erhielt das Bauwerk im Wesentlichen im 16. Jahrhundert. Am Giebel an der Marktseite ist gut sichtbar die Jahreszahl 1584 angebracht. Sie nennt das Jahr der Fertigstellung des oberen Stockwerkes. Anhand weiterer am Gebäude verteilter Jahreszahlen lassen sich die einzelnen Bauabschnitte gut nachvollziehen. Im 18. Jahrhundert wurden im Rahmen von Sanierungsarbeiten in die Fassade außerdem diverse barocke Stilelemente intergriert. Dem aufmerksamen Betrachter fallen mit Sicherheit mehrere eingemauerte Kanonenkugeln an der Fassade des historischen Rathauses auf. Diese sollen daran erinnern, daß Blankenburg während des Dreißigjährigen Krieges mit Kanonen beschossen und in die Kampfhandlungen hineingezogen wurde. Des weiteren sehen Sie am Treppenturm die Wappen der Regensteiner Grafen, des Herzogtums Braunschweig sowie das der Stadt selbst.

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Die St.-Bartholomäus-Kirche ist eine dreischiffige romanische Pfarrkirche im Süden der Altstadt von Blankenburg. Das Gotteshaus steht am Berghang unterhalb des Großen Schlosses nur wenige dutzend Meter vom Marktplatz entfernt. Auf Grund seiner relativen Höhenlage zur Stadt wird das Bauwerk auch als \“Bergkirche\“ bezeichnet. Die Kirche St. Bartholomä wurde zwischen den Jahren 1186 und 1246 im Stil der Romanik erbaut. In der Mitte des 13. Jahrhunderts gestaltete man sie zur Klosterkirche um. Bereits im gotischen Stil erfolgten in den anschließenden Jahrzehnten diverse Erweiterungsbauten an dem Gotteshaus. Der Bauernkrieg läutete das Ende des Klosters ein und die St.-Bartholomäus-Kirche wurde wieder zur Pfarrkirche. In den folgenden Jahrhunderten erfuhr das Gebäude diverse Umbauten im jeweiligen Zeitgeschmack. Im frühen 18. Jahrhundert verlor das Gotteshaus nach dem Bau der inmitten des historischen Stadtkerns gelegenen Katharinenkirche seine einstige Bedeutung. Ende des 19. sowie Mitte und Ende des 20. Jahrhunderts erfolgten jeweils umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Bartholomäuskirche. Während des Ersten Weltkrieges wurden drei der vier Bronzeglocken für Rüstungszwecke eingeschmolzen. In den Nachkriegsjahren erhielt das Gotteshaus dafür einen Ersatz in Form von Stahlglocken. Seit dem Jahre 2004 verfügt die Kirche wieder über ein komplett aus Bronzeglocken bestehendes Geläut. Das eindrucksvolle Kirchenbauwerk kann täglich von 10 bis 18 Uhr (Winter 10 bis 16 Uhr) außerhalb der Gottesdienstzeiten individuell besichtigt werden. Jeden Samstag ist gegen 10:30 Uhr im Rahmen einer Stadtführung außerdem auch eine geführte Kirchenbesichtigung möglich. Von Zeit zu Zeit finden darüber hinaus in dem alt-ehrwürdigen Gemäuer kulturelle Veranstaltungen wie z.B. Konzertaufführungen statt. Die Blankenburger St.-Bartholomäus-Kirche ist seit einiger Zeit eine Station auf dem rund 67 Kilometer langen Harzer Klosterwanderweg.

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Im Nordosten der Stadt Thale befindet sich im historischen Siedlungskern das ehemalige Kloster Wendhusen. Es gilt als ältestes Kloster auf dem Gebiet des Bundeslandes Sachsen-Anhalt und stellt sowohl eine Station auf dem Harzer Klosterwanderweg als auch auf der Straße der Romanik dar. Diese bedeutende Sehenswürdigkeit enthält an einigen Stellen noch Bausubstanz aus der Zeit der Karolinger. Das Wendhusen-Kloster wurde im Umfeld einer karolingischen Festungsanlage um das Jahr 825 als Kanonissenstift von Gisla, der ältesten Tochter des ostsächsischen Grafen Hessi gegründet. Die erste Äbtissin war Gislas Tochter Bilihilt. Bereits in seiner Frühzeit erhielt das Stift zahlreiche Bestitztümer zugesprochen. Schon bald erfolgte der Bau von Klausurgebäuden sowie um 840 die Errichtung einer der heiligen Pusinna geweihten ersten Stiftskirche. Die Stifterfamilie war eng mit dem damaligen Hochadel verbunden und die Frauen im Kanonissenstift entstammten ebenfalls angesehenen Adelshäusern. Das Stift Wendhusen galt daher als besonders elitär, zumal es außerdem enge Beziehungen zu anderen bedeutenden Klöstern der Karolingerzeit unterhielt. Nach dem Jahre 936 erfolgte von hier aus eine aktive Mitwirkung am Aufbau des Reichsstiftes im nahen Quedlinburg. Um 1120 übernahm das Stift der Regelungen der Augustiner. Aus dieser Ära stammt das noch heute vorhandene imposante Westwerk der Stiftskirche. Dieses wurde vermutlich um das Jahr 1160 errichtet. Das massive Bauwerk verfügte über drei Ebenen mit unterschiedlicher Bestimmung. Die Obergeschosse dienten vermutlich auch Wohnzwecken. Eine einzigartige Besonderheit in diesem Bau stellt eine Damenstiftsempore aus dem 9. Jahrhundert dar. Die mehr als 30 Meter lange Kirche und weitere Klostergebäude wurden im Jahre 1525 während des Bauernkrieges geplündert und anschließend in Brand gesetzt. Das Kloster erholte sich von diesen Zerstörungen nicht mehr. In der Folgezeit löste man es daher auf. Ein großer Teil der Ruinen verfiel bzw. erhielt als Baumaterial eine neue Bestimmung. Das Klostergelände erfuhr in der Zeit nach dem 30jährigen Krieg eine Umwandlung in ein preußisches Rittergut. Als solches hatte es Bestand bis zum Jahre 1945. In unseren Tagen befinden sich in den historischen Mauern ein Klostermuseum sowie ein Museumscafé. Das Areal verfügt über darüber hinaus über umfangreiche und zu großen Teilen frei zugängliche Außenanlagen. Sie finden hier u.a. einen Teich, einen Kräutergarten und ein Pflanzenmemory. Vom einstigen Klostergelände gibt es obendrein einen Durchgang zur benachbarten St.-Andreas-Kirche.

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Im Südwesten der Altstadt von Quedlinburg erhebt sich ein eindrucksvoller und steil abfallender Sandsteinfelsen mehr als 20 Meter über die Dächer der Stadt. Auf diesem Felsen befinden sich die Stiftskirche St. Servatii mit ihren beiden markanten Türmen, das dreiflügelige Renaissanceschloß, das ehemalige Wohnhaus der Stiftsfrauen, diverse Wirtschaftsgebäude und eine Gartenanlage. Der Gebäudekomplex auf dem Schloßberg ist ein Wahrzeichen der Stadt Quedlinburg, eine Station auf der Straße der Romanik und gehört darüber hinaus zum Weltkulturerbe. Mit großer Wahrscheinlichkeit war die imposante Geländeerhebung schon in prähistorischer Zeit besiedelt. Vermutlich um 920 begann die Bebauung des Schloßberges unter König Heinrich I., wobei u.a. eine erste Kirche entstand. Heinrich I. schenkte das Anwesen seiner Frau Mathilde. Dieser Besitz ging nach seinem Tode im Jahre 936 in ein Damenstift über, welches von Mathilde bis zu ihrem Tod geführt wurde. In dieser Zeit mußte das alte Kirchenbauwerk einem neuen am gleichen Standort weichen. Doch auch dieses Gotteshaus hatte nicht lange Bestand – um die Jahrtausendwende begannen an dieser Stelle die Bauarbeiten für eine noch prachtvollere Stiftskirche, welche im Jahre 1021 geweiht wurde. Nach einem Großbrand im Jahre 1070 wurde dieser romanische Bau wieder neu errichtet und 1129 in Anwesenheit des Königs und mehrerer Bischöfe geweiht. Dieses Bauwerk können Sie bis in unsere Tage hinein fast unverändert auf dem Quedlinburger Schloßberg sehen. Lediglich um 1320 erfolgten größere Umbauten am Hohen Chor im Stil der Gotik. Die Quedlinburger Stiftskirche St. Servatii mit ihrem kreuzförmigen Grundriß gehört zu den bedeutensten romanischen Kirchenbauten in Deutschland. Ihr Hauptportal ist eines der ältesten deutschen Säulenportale. Da sie das Gotteshaus eines Damenstiftes war, wird sie auch heute noch gelegentlich entprechend des mittelalterlichen Sprachgebrauchs als \“Dom\“ bezeichnet. Ende des 16. und Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten an diesem Gotteshaus. Der instabile Sandsteinfelsen gab an einigen Stellen nach und verschiedene Mauern mußten teilweise neu hochgezogen werden. Das Schloß im Stil der Renaissance entstand im 16. Jahrhundert aus der mittelalterlichen Burg. Es erhielt später bei Umbauarbeiten verschiedene Elemente des Barock sowie eine direkte Verbindung zur Stiftskirche, welche heute aber nicht mehr vorhanden ist. Im Jahre 1802 wurde das Damenstift aufgelöst. Sein Besitz ging an das Land Preußen und 1928 an die Stadt Quedlinburg. Seit dem Jahre 1994 stehen die Gebäude auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO. Schloß und Stiftskirche können heute gegen ein Entgelt besichtigt werden. Im Schloß befindet sich u.a. ein Museum. Besondere Ausstellungsstücke dieses Schloßmuseums sind z.B. der legendäre Raubgrafenkasten sowie frühgeschichtliche Funde wie die Goldscheibenfibel. In der Schatzkammer der Stiftskirche St. Servatii können Sie den mehr als 1000 Jahre alten Domschatz besichtigen. Unter dem Chor befindet sich die Krypta und in dieser die Grabstätte des ersten deutschen Königspaares – des bereits erwähnten Heinrich I. und seiner Ehefrau Mathilde. Es war der ausdrückliche Wunsch Heinrichs I., in Quedlinburg bestattet zu werden. Allerdings befinden sich seine Gebeine heute nicht mehr hier, sondern lediglich die seiner Gemahlin. Der Schloßberg ist seit Jahrzehnten Sanierungsgebiet. Besonders der empfindliche Sandstein bereitet den Denkmalschützern immer wieder Sorgen. In der jüngeren Vergangenheit wurden die Stützmauern teilweise erneuert und noch besser im Untergrund sowie im Felsgestein des Berges verankert. Dennoch sind auch in näherer Zukunft weitere Sicherungsarbeiten und damit zeitweilige geringe Einschränkungen für Besucher nicht vermeidbar. Das alles sollte Sie aber nicht von einer Besichtigung dieser besonderen historischen Stätte mit ihren imposanten Bauwerken abhalten.

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Auf einer kleinen Anhöhe im Stadtzentrum von Halberstadt steht der eindrucksvolle majestätische gotische Dom. Diese Wirkungsstätte der Halberstädter Bischöfe ist eines der dominierendsten Bauwerke der Stadt und wurde von 1236 bis 1491 in mehreren Etappen erbaut. Das Gotteshaus ersetzte schrittweise dem Bauablauf folgend einen im Jahre 992 geweihten romanischen Vorgängerbau, welcher wiederum an der Stelle einer Bischofskirche aus der Karolingerzeit entstand. Besonders sehenswert in der dem Heiligen Stephanus geweihten Kathedrale sind der romanische Taufstein, die farbenfrohen Glasmalereien sowie die Marienkapelle im Osten des Kirchenbaus. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der umfangreiche Domschatz. Dieser einzigartige Kirchenschatz besteht aus zahlreichen spätantiken und mittelalterlichen Kostbarkeiten. Er enthält u.a. prachtvolle liturgische Gewänder, Altarbilder, Möbelstücke, Skulpturen, Bronzeplastiken sowie Kunstwerke aus den Werkstätten der Goldschmiede. Viele der ausgestellten Exemplare stammen von byzantinischen und islamischen Künstlern. Eine Besonderheit stellen die drei Wandteppiche aus der Zeit der Romanik dar. Weitere Attraktionen sind ein Konsulardiptychon aus dem Jahre 417 sowie eine Weihbrotschale aus der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel. Im Rahmen einer Führung, aber auch ganz individuell können Sie Dom und Domschatz besichtigen. Der Dom öffnet täglich seine Pforten außer an den Montagen des Winterhalbjahres. Das Gotteshaus ist außerdem eine Station auf dem Jakobsweg.

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Die evangelische Liebfrauenkirche in Halberstadt zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten an der Straße der Romanik. Das spätromanische Gotteshaus befindet sich am westlichen Ende des Halberstädter Domplatzes. Die Liebfrauenkirche wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf den Fundamenten eines etwa 150 Jahre älteren Vorgängerbaues errichtet. Sie ist heute die einzige viertürmige romanische Pfeilerbasilika in Mitteldeutschland. Schwere Schäden erlitt die Liebfrauenkirche am Nordwestturm und dem Ostteil des Bauwerks durch Bombentreffer am 8. April 1945. Die betroffenen Gebäudeteile konnten aber in den Nachkriegsjahren originalgetreu restauriert werden. Eine Besonderheit dieses Kirchenbaues ist die ständige Architekturausstellung im sich unmittelbar an das Gebäude anschließenden Kreuzgang. Sehr sehenswert sind außerdem die spätromanischen Chorschranken mit ihren beinahe lebensgroßen Stuckfiguren, welche die 12 Apostel, Maria und Christus darstellen. Weitere Attraktionen in der Liebfrauenkirche sind das Triumphkreuz sowie die kulturhistorisch wertvollen Wandmalereien im Kreuzgratgewölbe. Besichtigungen dieses eindrucksvollen romanischen Gotteshauses sind im Rahmen einer Führung möglich.

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