Stadtrundgang in Quedlinburg zur Weihnachtszeit
Die Stadt Quedlinburg liegt im nördlichen Harzvorland am Fluß Bode. Ihre aufwändig sanierte Innenstadt besteht fast vollständig aus Gebäuden in Fachwerkbauweise. Das älteste von diesen stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und ist damit das vermutlich älteste erhaltene Fachwerkhaus in Deutschland. Insgesamt finden Sie in Quedlinburg rund 1200 Gebäude dieser Bauart. Aus diesem Grund stehen seit dem Jahre 1995 der etwa einen Quadratkilometer große historische Stadtkern sowie einige weitere bedeutende Objekte in Quedlinburg auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO. Die Stadt ist eines der größten Flächendenkmale in Deutschland, eine der bekanntesten Fachwerkstädte überhaupt und nicht zuletzt deswegen eines der ganz großen Touristenzentren im Harzgebiet. Die Gegend um Quedlinburg war bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt, wie zahlreiche ab der Altsteinzeit beginnende Funde belegen. Dabei war dieses Areal ohne erkennbare Unterbrechung immer bewohnt. Das älteste in historischer Zeit entstandene und nachweisbare Bauwerk war ein Vorgängerbau der heutigen Wipertikirche. Dieses Gotteshaus wurde in der Mitte des 9. Jahrhunderts als Außenstelle des Klosters Hersfeld errichtet. Im Jahre 922 wurde in einer Urkunde erstmals die Bezeichnung „Quitilingaburg“ für die Siedlung verwendet. Etwa zu dieser Zeit entstand hier auch eine Königspfalz als einer von mehreren Regierungssitzen der deutschen Könige. Bis ins 12. Jahrhundert hinein sind rund 70 Aufenthalte eines deutschen Herrschers belegt. Auf dem Schloßberg wurde außerdem im Jahre 936 ein Damenstift errichtet, welches unter der Leitung von Mathilde, der Witwe des ersten deutschen Königs Heinrich I. stand. Durch diverse Schenkungen erlangte dieses Stift rasch erheblichen Wohlstand. Aus der wechselvollen Geschichte der Stadt gingen unzählige bedeutende Bauwerke hervor. Neben dem Schloßberg mit dem Schloß und der Stiftskirche gibt es noch eine Vielzahl weiterer, über das Stadtgebiet verteilter Gotteshäuser. An der Wipertikirche und auf dem Münzenberg stehen noch heute einige Relikte einstmals blühender Klosteranlagen. Rund um die Altstadt können Sie außerdem viele gut erhaltene Abschnitte der Stadtmauer besichtigen. Mächtige Mauerreste, Türme und Bastionen vermitteln dem Betrachter auch in unseren Tagen noch einen Eindruck von der Wehrhaftigkeit der mittelalterlichen Stadt. Attraktionen jüngeren Datum sind dagegen die meisten der zahlreichen Museen der Stadt. Zu diesen gehören u.a. das Fachwerkmuseum im „Ständerbau“, das Schloßmuseum mit Details zur Stadtgeschichte, das Klopstockhaus, die Feininger-Galerie und als besonderes Kuriosum das Holzwurmmuseum. Im Süden von Quedlinburg erstreckt sich mit dem „Brühl“ ein ausgedehnter Stadtpark. Doch auch innerhalb des Siedlungskerns gibt es verschiedene weitere Park- und Gartenanlagen unterschiedlicher Größe. Eine besondere Sehenswürdigkeit im Stadtzentrum von Quedlinburg ist der schöne, von farbenfrohen restaurierten Fachwerkhäusern umgebene Marktplatz. Hier befindet sich auch das ursprünglich gotische Rathaus mit seinem Portal im Renaissance-Stil und die Roland-Figur aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist mit 2,75 Metern Höhe eine der kleinsten in Deutschland. Seit dem Jahre 2006 führt das Gleis der Selketalbahn bis nach Quedlinburg. Von hier aus können Sie daher das gesamte Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen bis hinauf zum mehr als 1000 Meter höher gelegenen Brocken befahren. Quedlinburg läßt sich nicht „nebenher“ erkunden. Viele Sehenswürdigkeiten sind praktisch nur zu Fuß erreichbar. Um die Stadt kennenzulernen, sollten Sie deshalb auf das Auto verzichten und auch entsprechende Zeit einplanen. Als Lohn dieser Mühe warten ungezählte und wegen ihrer Fülle hier auch vielfach ungenannte große und kleine Attraktionen darauf, sich Ihrem Auge präsentieren zu dürfen.
Südwestlich des Quedlinburger Burgberges befinden sich die St.-Wiperti-Kirche und der umgebende Wipertifriedhof. Es handelt sich um eine recht ungewöhnliche Sehenswürdigkeit, bestehend aus einem mittelalterlichen Kirchenbauwerk und einem teilweise in Form von Grüften angelegten historischen Friedhof. Das Gotteshaus ist eine wichtige Station auf der Straße der Romanik und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Quedlinburg. St. Wiperti wurde vermutlich in der Mitte des 9. Jahrhunderts als Außenposten des Klosters Hersfeld gegründet. Bereits zu dieser Zeit erfolgte der Bau einer ersten einfachen Kirche, von der heute allerdings nichts mehr vorhanden ist. Nach dem Jahre 919 wurde das Gelände zum Königshof ausgebaut und war in den folgenden Jahrzehnten häufiger Aufenthaltsort der deutschen Könige. In diese Ära fällt die Errichtung einer neuen dreischiffigen kreuzförmigen romanischen Basilika am Standort des ersten Gotteshauses. Um die Jahrtausendwende wurde in das Gebäude eine Krypta eingebaut. Dieses Meisterwerk romanischer Baukunst besteht bis heute. In der Folgezeit entstand um die St.-Wiperti-Kirche ein freies Kanonikerkonvent, welches um das Jahr 1148 Prämonstratenser übernahmen. Kurz darauf begannen umfangreiche Neu- und Umbauten. Diese betrafen auch das Gotteshaus. Dieses erhielt zu jener Zeit in wesentlichen Teilen sein heutiges Antlitz. Es folgte eine lang anhaltende wirtschaftliche Blütezeit des Klosters, welche nur kurzzeitig durch diverse Auseinandersetzungen unterbrochen wurde. Zahlreiche romanische und gotische Gebäude und Gebäudeteile aus dieser Epoche haben sich bis in unsere Tage hinein erhalten. Der Bauernkrieg im Jahre 1525 setzte dem erfolgreichen Wirtschaftsbetrieb des Prämonstratenserordens ein jähes Ende. Das Wipertikloster wurde geplündert und verwüstet. Ein geplanter Wiederaufbau fand nicht statt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde es auch formale aufgehoben. Im Zuge der Reformation erfolgte eine Umwidmung des Gotteshauses der Prämonstratensermönche in eine evangelische Pfarrkirche. Während des Dreißigjährigen Krieges gab es den Versuch der Wiedererrichtung des Klosters. Dieses Vorhaben scheiterte aber nicht zuletzt auch an dem damals für die kaiserliche Seite ungünstigen Kriegsverlauf. Etwa zu dieser Zeit begann man mit der Anlage der ersten Grüfte, was somit zur Entstehung des Wipertifriedhofs führte. Seine herausragende Besonderheit besteht in der terassenförmigen Anlage mit begehbaren Gewölben auf teilweise zwei Etagen. In diesen befinden sich die letzten Ruhestätten der Verstorbenen. Im 17. Jahrhundert wurde die St.-Wiperti-Kirche restauriert und im Stil des Barock umgestaltet. Um das Jahr 1816 begann eine rund eineinhalb Jahrhunderte währende Zweckentfremdung der ehemaligen Klosterkirche samt Krypta. Erst in den 1950er Jahren konnte das Gotteshauses saniert und seit 1959 wieder einer Nutzung durch die katholische St.-Mathildes-Gemeinde zugeführt werden. Seit dem Jahre 1994 steht die Wipertikirche auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Ein Förderverein bemüht sich um die weitere Sanierung und die detailliertere Erforschung des einstigen Klosterareals. Besichtigungen sind im Zeitraum von April bis September täglich außer sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr möglich.
Klopstock wurde 1724 in Quedlinburg geboren. Er wuchs in einer pietistischen Familie auf. 1745 begann er sein Studium in Jena und verfasste dort die ersten drei Gesänge des Messias. Nach Beendigung des Theologiestudiums nahm er eine Hauslehrerstelle in Langensalza an, in dieser Zeit dichtete er seine schönsten Oden für seine unerreichbare Liebe, Maria Sophia Schmidt. Die Oden entfachten eine Begeisterung und werden als die Geburtsstunde der reinen Dichtung angesehen. Von 1759 bis 1762 lebte Klopstock in Quedlinburg, Braunschweig und Halberstadt. In der Zeit von 1769 bis 1773 schrieb er mehrere Dramen, unteranderem Hermanns Schlacht und vervollständigte den Messias. Er starb im Jahre 1803 in Alter von 78 Jahren. Das Klopstockhaus befindet sich in Quedlinburg am Schlossberg 12 und vermittelt als biographisches literaturhistorisches Museum einen Eindruck vom Leben und Werk des Dichters.
Der Legende nach weilte Heinrich gerade an diesen Ort und widmete sich dem Vogelfang, als eine Reiterschar eintraf um ihm die Königskrone anzutragen. Tatsächlich wurde der Herzog Heinrich 919 in seinem Anwesen, auf den Vorschlag des Frankenherzogs Eberhard, zum König gewählt. Das Denkmal macht einen Spagat zwischen diesen beiden Geschichten. So scheint es, dass Herzog Heinrich im Moment seiner Krönung ans Vogelfangen denkt und sich dadurch ablenken lässt. Der Bischof zieht ein skeptisches Gesicht. Dies soll einerseits den Missfallen gegenüber der Krönung auf kirchlicher Seite darstellen, aber auch die Empörung darüber, dass der künftige König sich vom Vogelfang ablenken lässt. Eine weitere Figur ist der Chronist. Es scheint als wäre er rein zufällig an dem Platz als die Reiterschar erscheint um Heinrich zu krönen. Auch schenkt er dem Geschehen in seinem Rücken wenig Aufmerksamkeit. Es sieht so aus, als überlege er noch was er ins Geschichtsbuch schreiben könnte. Dies soll auf den Streit, der seit Generationen zwischen den Historikern herrscht hinweisen, die diskutieren ob mit der Krönung die deutsche Geschichte begann oder die fränkische Geschichte fortdauerte.
Die evangelische St.-Johannis-Kirche ist ein majestätischer und vorwiegend neogotischer Kirchenbau im Südosten von Quedlinburg mit weit sichtbarem Turm. Sie wurde am Rande der St.-Johannis-Hospitalstiftung erbaut, um die auf Grund der gewachsenen Gemeinde zu klein gewordene mittelalterliche Johanniskapelle zu entlasten. Die Einweihung des Gotteshauses fand im Jahre 1906 statt. Besonderheiten dieses jüngsten Quedlinburger Kirchengebäudes sind die aufwändigen und kostbaren Glasmalereien in den Kirchenfenstern und das Musikinstrument des Hausneindorfer Orgelbaumeisters Röver.
Der Bismarckturm steht auf einer kleinen Anhöhe inmitten einer Parkanlage im Südosten von Quedlinburg. Dieser rund 20 Meter hohe Aussichtsturm mit kreisförmigem Grundriß wurde im Jahre 1894 geplant und drei Jahre später nach Vollendung der Bauarbeiten eingeweiht. Damit ist der aus Granit und Kalkstein errichtete Quedlinburger Turm der älteste Bismarckturm im Bundesland Sachsen-Anhalt. Über dem Turmeingang befanden sich eine bildliche Darstellung des namensgebenden Politikers sowie die Inschrift „BISMARCKTHURM“. Beide wurden nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt und der Turm umbenannt. Die Ära des „Arbeiter- und Bauernstaates“ war außerdem von einer baulichen Vernachlässigung dieses Aussichtsturmes geprägt. Bei einem Unwetter in den 1970er Jahren wurde das Bauwerk stark beschädigt und ist seither nicht mehr begehbar. Erst nach dem Ende der DDR konnte der Verfall des Turmes gestoppt werden. Es erfolgten einige dringende Reparaturen sowie die Wiederanbringung des Namenszuges „Bismarckthurm“ an angestammter Stelle. Aus Sicherheitsgründen ist der nun wieder „Bismarckturm“ genannte Aussichtsturm auch in unseren Tagen noch nicht wieder begehbar. U.a. fehlt ihm die steinerne Brüstung an der Aussichtsplattform. Daher wartet der Turm noch darauf, grundlegend saniert und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. Aber vielleicht wird es ja eines Tages wieder möglich sein, die mehr als 80 Steinstufen zu erklimmen und von oben die herrliche Aussicht auf große Teile der Stadt Quedlinburg und deren nähere Umgebung zu genießen.
Im Juli des Jahres 1862 wurde die Eisenbahnlinie von Halberstadt nach Thale eröffnet. Entlang der Strecke befindet sich als größter Ort die Stadt Quedlinburg. Diese erhielt ein großes und repräsentatives Bahnhofsgebäude im Stil der Neogotik. Im Jahre 1885 erfolgte die Einweihung der in Quedlinburg beginnenden Bahnlinie nach Ballenstedt über Quarmbeck, Gernrode und Rieder. Des weiteren folgte 1908 die von der H.B.E. erbaute Bahnverbindung nach Blankenburg. Durch sie wurde eine Erweiterung des Bahnhofsgeländes notwendig. Die ursprüngliche Bahnstrecke aus dem Jahre 1862 gibt es noch heute. Sie wird seit einiger Zeit von einer privaten Betreibergesellschaft bedient. Im Jahre 2006 wurde der Umbau der stillgelegten normalspurigen Strecke nach Gernrode auf 1000-Millimeter-Spur zur Nutzung für die Selketalbahn abgeschlossen. Die Bahnlinie nach Blankenburg ist dagegen schon seit dem Jahre 1969 außer Betrieb. In unseren Tagen sind nur noch wenige Relikte dieser einstmals bedeutenden Verkehrsverbindung sichtbar.
Das Denkmal stellt die römische Göttin „Flora“- die Göttin der Blüten und Blumen, da. Die Statur ist aus Bronze und hält eine Rose in der linken Hand.
Die im Jahre 1901 geschaffene Vorgängerin der Flora- Statur wurde 1944 zu Kriegszwecken eingeschmolzen. 1998 wurde von dem Quedlinburger Mittelalterverein Bergvolk zum ersten Mal auf das Denkmal der Göttin aufmerksam gemacht und hatte ihre Wiederbeschaffung angeregt. Durch eine Spendenaktion, welche von Frau Rautendelein Rienäcker unterstützt wurde, konnte die Finanzierung gesichert werden und anlässlich des 100. Jubiläums der Aufstellung wurde die neue Statur der Blumengöttin 2001 aufgestellt. Sie soll an die große Tradition Quedlinburgs als Blumen- und Saatsuchtstadt erinnern.
Sie ist zwei Meter groß und wurde in der Kunst- und Bronzegießerei von Frank Herweg in Berlin gegossen. Eine Informationstafel zum Denkmal ist an der Bahnhofsbrücke (gegenüber dem Denkmal) angebracht.
Am östlichen Abschnitt der Stadtmauer der Neustadt sind drei Wachtürme erhalten. Der Schweinehirtenturm wurde später in eine kleine Häusergruppe eingebaut und für Wohnzwecke genutzt. Der Gänsehirtenturm ist noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Der Turm „op ´n Tittenplan“ ist um 1900 verändert worden.
Carl Ritter wurde 1779 in Quedlinburg geboren. Er war ab 1785 Schüler von GutsMuths an der Salzmannschule in Schnepfenthal. Im Jahre 1795 studierte er an der Universität Halle, dies wurde Ihm von dem Frankfurter Kaufmann Bethmann- Hollweg ermöglicht.
1820 wurde er auf den ersten Lehrstuhl für Geographie in Deutschland an die Berliner Universität berufen. Ritter beschäftigte sich aber nicht mit der physikalischen Geographie, sondern mit den Beziehungen zwischen der natürlichen Umwelt und dem Menschen und seiner Kultur. Diese Arbeit schuf die Grundlage für eine Kulturökologie. Auch befasste er sich sehr stark mit historischer Geographie. So gehörte er auch zu den Mitbegründern der Gesellschaft für Erdkunde in Berlin.
Er war sehr an der außeneuropäischen Welt interessiert, vor allem an Afrika, dem er den ersten Band seines vielbändigen Werkes über Erdkunde widmete. Er starb im Jahre 1859 in Berlin. Ritter gilt als Mitbegründer der modernen Geografie.
Die Pfarrkirche der Neustadt am Mathildenbrunnen ist die größte der Stadt und überragt mit 72 m hohen Türmen alle übrigen. Sie wurde der Überlieferung nach auf Ellernrosten – Baumstämmen, die in den sumpfigen Boden des Urstromtals der Bode getrieben wurden, gebaut. Vom romanischen Ursprungsbau sind nur geringe Reste erhalten. In mehreren Umbauphasen und nach wechselnden Planentwürfen entstand die heutige gotische Hallenkirche. Die Inneneinrichtung ist größtenteils barock. Die Orgel ist ebenso wie die der Marktkirche von der Firma Röver gebaut worden. Die Nikolaikirche ist eine evangelische Pfarrkirche.
Die Ägidiikirche war einst Pfarrkirche des später eingemeindeten Dorfes Nördlingen. Sie lag an einer wichtigen Ausfallstraße in unmittelbarer Nähe der Stadtmauer. Vermutlich war ihr Turm in das Verteidigungssystem der Stadt eingebunden. Die Ägidii Kirche hat wie alle Quedlinburger Pfarrkirchen verschiedene Um- und Ausbauten erlebt. Hinter der gotischen Außenhaut verbirgt sich eine zauberhafte Rokoko-Innenausstattung in Weiß und Gold. Der Flügelaltar stammt aus dem 15. Jahrhundert und zeigt in der Predella musizierende Engel. Um die Kirche herum sind noch einige schöne Grabmale des ehemaligen Friedhofs erhalten. Außer zu gelegentlichen Taize-Gebeten wird die Kirche leider nicht mehr genutzt. Die Kirche ist jeweils samstags in der Zeit von 15.00 Uhr – 18.00 Uhr (März-Oktober) zu besichtigen.
Der Schreckensturm gehört zu den am stärksten ausgebauten Wehrtürmen an der Altstadtmauer. Sein Verlies wurde im Mittelalter als Stadtgefängnis genutzt. Der ursprünglich zur Stadtseite offene Schalenturm erhielt später einen Fachwerkeinbau mit Holzgalerie. Heute ist der Turm als Ferienwohnung eingerichtet.
Im Nordwesten der geschichtsträchtigen Altstadt von Quedlinburg steht die katholische St.-Mathilden-Kirche. Sie trägt den Namen einer der bedeutendsten historischen weiblichen Persönlichkeiten dieser Stadt – den der Heiligen Mathilde. Mathilde war die Gemahlin des ersten deutschen Königs Heinrich I. und führte bis zu ihrem Tode im Jahre 968 das Damenstift auf dem Schloßberg. Ihre Gebeine ruhen bis heute an diesem Ort. Mathilde wird eine tiefe Gläubigkeit, eine große Barmherzigkeit sowie Volksverbundenheit zugesprochen. Das katholische Gotteshaus St. Mathildis wurde in den Jahren 1855 bis 1858 im Stil der Neogotik erbaut. Architekt und Baumeister war Friedrich von Schmidt, welcher auch am Bau des Kölner Doms und diverser repräsentativer Gebäude in Österreich beteiligt war. Im Stadtbild fällt das äußerlich recht schlicht, aber dennoch elegant gehaltene Kirchenbauwerk nur wenig auf. Es liegt etwas versteckt in einer Nebenstraße und besitzt außerdem keinen weithin sichtbaren Turm. Dieser mußte vor etlichen Jahren wegen gravierender Beschädigungen entfernt werden. Seither hat die katholische Pfarrkirche St. Mathildis auch keine Glocke mehr. Aus diesem Grund ist seit einiger Zeit ein Neuaufbau des Kirchturms geplant.
Der Lindenbeinturm, auch „Sternkiekerturm“ genannt, befindet sich etwa 200 Meter nordwestlich des Quedlinburger Marktplatzes direkt an der historischen Stadtmauer. Er war einst in das Verteidigungssystem der Stadt eingebunden und weist eine Höhe von 42 Metern auf. Heute dient der Turm als Aussichtspunkt für Bewohner und Besucher von Quedlinburg. Seine oberste Aussichtsplattform ist eine der höchsten der Stadt und gewährt Ihnen einen herrlichen Rundumblick auf weite Teile des denkmalgeschützten Stadtgebietes und zum Teil auch darüber hinaus. Eine Vielzahl bedeutender geschichtsträchtiger Bauwerke präsentiert sich hier dem Auge des Betrachters aus nicht alltäglicher Perspektive. Der Zugang zum Sternkiekerturm ist nur über das Gelände einer Hotelanlage möglich. Das Areal ist nachts verschlossen, so daß Sie nur am Tage auf den Turm gelangen können – falls Sie nicht gerade Gast des betreffenden Hotels sein sollten. Des weiteren ist das Betreten des Sternkiekerturmes kostenpflichtig. Der Eingang wird durch ein stählernes Drehkreuz versperrt, welches den Weg erst nach dem Einwurf einer passenden Münze freigibt. Dennoch sollten Sie diese geringe Investition nicht scheuen und die Möglichkeiten nutzen, die Ihnen dieser Turm mit seiner einzigartigen Aussicht auf die Weltkulturerbestadt Quedlinburg bietet.
Sie bildet den Mittelpunkt der um 1000 entstandenen Kaufmannssiedlung. Die spätgotische Hallenkirche hatte bereits einen romanischen Vorgängerbau, von dem das Westwerk erhalten ist. Vom Turmpaar ist nur der nördliche Turm erhalten, sein Pendant wurde durch Blitzschlag zerstört. Der gotische Neubau erfolgte vom hohen Chor aus, der auch die höchste baukünstlerische Qualität besitzt. Die Inneneinrichtung zeigt barocke Elemente. Im südlichen Seitenschiff ist ein gotischer Altar erhalten. Im Norden befindet sich die Kalandskapelle. Die Marktkirche ist eine evangelische Pfarrkirche.
Das abgebildete Denkmal ist wurde für den Begründer der Deutschen Turnbewegung und bedeutenden Reformpädagogen Johann Christoph Friedrich GutsMuths geschaffen. Es besteht aus einer überlebensgroßen Darstellung GutsMuths, der als Wanderer gezeigt wird, in Begleitung seines Lieblingsschülers Carl Ritter. Die Figurengruppe steht auf einem hohen Postament, das aus Granit besteht. Der Sockel ist am Boden achteckig und geht dann in eine zylindrische Form über. Ursprünglich befanden sich an dem Sockel des Denkmales Szenen aus dem Leben und Wirken von GutsMuths. Diese wurden 1989 neu geschaffen. In Quedlinburg wird zum Teil behauptet, das das Denkmal noch auf zwei weitere Persönlichkeiten verweise. So soll der Gehrock von GutsMuths auf den Dichter Gerok verweisen und der Stock in der Hand des Schülers Carl Ritter ein Symbol für den Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock sein. Johann Christoph Friedrich GutsMuths wurde 1759 in Quedlinburg geboren und musste schon mit 14 Jahren als Hauslehrer arbeiten um seinen Schulbesuch zu finanzieren und um die Familie zu unterstützen. Von 1779 bis 1782 studiert er Theologie in Halle( Saale). 1793 schrieb er Gymnastik für die Jugend, das erste weltweite systematische Lehrbuch der Turnkunst. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt und bis 1893 häufig neu aufgelegt. Im Jahr 1839 Jahr verstarb GutsMuths, im Alter von 80 Jahren, in Ibenhain (heute Stadtteil von Waltershausen).
GutsMuths war ein namhafter deutscher Pädagoge und Mitbegründer des Turnens. Das Geburtshaus GutsMuths ist das Fachwerkhaus Pölle 39 in Quedlinburg. Auch wurde das GutsMuths-Gymnasium hier in Quedlinburg nach ihm benannt.
Vom Markt aus gelangt man durch den Schuhhof, ein sehenswertes kleines Handwerkerviertel, in die Hölle. Der von einer gewaltigen Sandsteinmauer mit später aufgesetztem Fachwerk gegen die Straße abgeschirmte Gebäudekomplex wird bereits vor 800 Jahren urkundlich erwähnt und gehört damit zu den ältesten steinernen Profanbauten der Stadt. Der Name ist möglicherweise von einer sogenannten „schwarzen Küche“ im Inneren des Gebäudes abgeleitet, die aber nicht aus der Bauzeit des Hauses stammen soll.
Die vier Münzenberger Musikanten sind seit gut 35 Jahren ein architektonischer Bestandteil des Marktplatzes. Die Figurengruppe, die aus Bronze gefertigt ist, befindet sich auf einen kleeblattförmigen, aus Granit gefertigten Sockel. Im Zuge der Marktplatzneugestaltung wurde das Denkmal in einen Brunnen verwandelt. Für die Sanierung und Neugestaltung des Sockels hatte die Bürgerstiftung für Quedlinburg Gelder gesammelt. In der Mitte der Figurengruppe befindet sich der Wasserlauf, hier ist die Ansammlung der extra gefertigten Münzen und Medaillen besonders stark. Die vier Münzberger Musikanten sind ehemals böhmisch stämmige Bewohner des Münzenberges, einer städtischen Anhöhe gegenüber dem Stiftsberg. Viele der Münzenberger verdienten ihr Geld mit Musizieren zu den unterschiedlichsten Anlässen. Dieser Broterwerb verlor seine Popularität erst nach den Kriegsjahren des vergangenen Jahrhunderts.GutsMuths war ein namhafter deutscher Pädagoge und Mitbegründer des Turnens. Das Geburtshaus GutsMuths ist das Fachwerkhaus Pölle 39 in Quedlinburg. Auch wurde das GutsMuths-Gymnasium hier in Quedlinburg nach ihm benannt.
Die Kirche St. Blasii ist wahrscheinlich die älteste der Stadt. Seine heutige Form erhielt das achteckige Kirchenschiff zwar durch einen vollständigen Neubau um 1715, der romanische Turm lässt aber Schlüsse zu, nach denen die Kirche schon lange vor ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1231 bestand. Danach bildete sie schon um 1000 den Mittelpunkt einer der Siedlungen, aus denen die Altstadt Quedlinburg entstand. Im Inneren ist die barocke Saalkirche mit vergleichsweise schlichter Ausstattung versehen worden. So erstrahlt lediglich der barocke Kanzelaltar in rötlich – weiß – goldenem Farbenspiel. Gestühl, Empore, Orgelgehäuse und die ornamentierte Stuckdecke erscheinen zurückhaltend, nach ihrer Sanierung aber edel. Heute wird die Kirche nicht mehr als Gotteshaus genutzt, sondern als Konzert- und Veranstaltungsraum. Die Kirche lädt 14 tägig zu Taizé-Andachten ein; ein Förderkreis engagiert sich für die Wiederbelebung und öffnet die Kirche im Zeitraum März bis Oktober jeweils sonnabends 15 – 18:00 Uhr.
Die Quedlinburger Stiftskirche St. Servatius gehört zu den bedeutendsten Bauten der Romanik. Die 1129 geweihte, flachgedeckte Basilika besaß bereits drei Vorgängerbauten. 936 wurde hier König Heinrich begraben. Der monumentale Sandsteinbau zeigt sowohl an der Fassade als auch in der Ornamentik des Innenraumes starke lombardische Einflüsse. Die gotischen Formen des um 1320 über der Krypta errichteten Chors sind nur von außen sichtbar. Im Inneren versucht eine 1938 errichtete Apsiswand, den romanischen Gesamteindruck wiederherzustellen. Das Turmpaar ist im Zuge der Restaurierungsarbeiten unter Ferdinand von Quast im 19. Jahrhundert errichtet worden. Nach Beschädigung durch amerikanischen Artilleriebeschuss 1945 erhielten die Turmhelme die heutigen flachen Zeltdächer. Der Innenraum wird durch Pfeiler und Säulen (niedersächsischer Stützenwechsel) gegliedert. Sie trennen Haupt- und Seitenschiffe. Im Westen begrenzt die sogenannte Kaiserloge den sakralen Raum. Im Osten führt eine Treppenanlage in den Hohen Chor und zu den Schatzkammern, in denen der berühmte Domschatz zu sehen ist. Unter dem Chor liegt die Krypta mit den Gräbern des ersten deutschen Königspaares.
Auf einem Sandsteinfelsen ragt die mehr als tausendjährige romanische Stiftskirche wie ein Wahrzeichen über der Stadt. Die im Jahr 1129 geweihte flachgedeckte Basilika besaß bereits drei Vorgängerbauten. Der monumentale Sandsteinbau zeigt sowohl an der Fassade als auch in der Ornamentik des Innenraumes starke lombardische Einflüsse. Die gotischen Formen des um 1320 über der Krypta errichteten hohen Chores, sind nur von außen sichtbar. Im Inneren wurde 1938 durch eine Apsiswand versucht, den romanischen Gesamteindruck wieder herzustellen. Der Innenraum wird durch den niedersächsischen Stützenwechsel gegliedert. Dieser Wechsel von Pfeiler und Säulen trennt Haupt- und Seitenschiffe, Im Westen begrenzt die Kaiserloge den sakralen Raum. Im Osten führt eine Treppe in den Hohen Chor und zu den Schatzkammern, die seit 1993 wieder den berühmten Quedlinburger Domschatz beherbergen. In der Krypta unter dem Hohen Chor befinden sich die Königsgräber des ersten deutschen Königs, Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde.
Dem Schloßberg direkt gegenüber erhebt sich der Münzenberg, 986 ließ die erste Äbtissin des Quedlinburger Frauenstiftes, die Kaisertochter Mathilde, zusammen mit ihrer Schwägerin, der Kaiserin Theophanu, hier das Marienkloster errichten. Die Nonnen sollten die Fürsorge für das Seelenheil des verstorbenen Kaisers Otto II. übernehmen. Bis zur Einführung der Reformation bildete die romanische Marienkirche auf dem Münzenberg das Pendant zur Stiftskirche auf dem Schloßberg. Ende des 16. Jahrhunderts bauten Kesselflicker, Scherenschleifer, Hausierer und Bettelmusikanten ihre kleinen, schmalbrüstigen Häuschen in die bereits verfallenen Klostergebäude hinein. Heute ist die Klosterkirche in Teilen wieder begehbar gemacht . Ein Museum vermittelt Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Münzenbergs und die Baugeschichte der Marienkirche. In der ehemaligen Klosterküche mit ihrem urigen Schornstein ist eine attraktive Ferienwohnung entstanden. Ein herrlicher Blick auf Stadt und Schloß lädt nach dem Aufstieg über 107 Stufen zum Verweilen ein.
