Schaubergwerk Büchenberg

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Der Galgenberg ist mit 506 m ü. NN die höchste Erhebung eines östlich von Elbingerode liegenden Kalksteinklippenzuges. Der Galgenberg war von alters her eine Gerichtsstätte für Elbingerode. Ab dem 16. Jahrhundert war er seinem Namen nach Standort des Elbingeröder Galgens. Ein guter Ausgangspunkt sind die Parkplätze im Zentrum von Elbingerode, von denen man über den Steinweg in Richtung der Stempelstelle wandern kann. Der örtliche Harzklub Zweigverein hat den Weg zum Galgenberg gut ausgeschildert. Es bietet sich an, auf dem Rückweg die Wanderung zum Tagebau Felswerke HWN 39 fortzusetzen.

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Der Volkmarskeller ist eine natürliche Karsthöhle mit nahegelegener Quelle. Er befindet sich oberhalb des Klostergrundes südwestlich von Blankenburg. Die Höhle im Kalksteinfels stellt seit Jahrzehnten ein beliebtes Wanderziel dar. Der mehrere dutzend Quadratmeter große Höhlenraum wurde vermutlich schon in prähistorischer Zeit genutzt. Entsprechende Fundstücke aus der Umgebung deuten darauf hin. Glaubt man der Legende, so wurde der Volkmarskeller im 9. Jahrhundert von einer Einsiedlerin bewohnt. Bis ins 12. Jahrhundert hinein folgten ihr noch diverse weitere Einsiedler. Die erste urkundliche Erwähnung des Volkmarskellers datiert im Jahre 956. In diesem Schriftstück schenkte Otto I. dem Stift Quedlinburg eine dem Heiligen Michael geweihte Kapelle über der Höhle. Der Überlieferung nach soll der Hohlraum im Berg ab dem 10. Jahrhundert außerdem als Höhlenkirche verwendet worden sein. Zu dieser Zeit befand sich in der unmittelbaren Nachbarschaft des Volkmarskellers ein ergiebiges Erzrevier mit entsprechenden Verarbeitungsbetrieben. Ein Zusammenhang zwischen der Höhlenkirche und dem Bergbaurevier ist recht wahrscheinlich. Im Jahre 1146 begann man mit dem Bau eines Klosters (Alt-Michaelstein) oberhalb der Höhle. Bereits rund zwei Jahrzehnte danach erfolgte die Verlegung dieses Klosters an den heutigen Standort am Ausgang des Klostergrundes. Vom 13. bis 15. Jahrhundert ist darüber hinaus die Existenz einer Volkmann-Kapelle auf dem Gelände der aufgegebenen Klosteranlage belegt. Diverse Reste der Grundmauern der Klostergebäude und des kleinen Gotteshauses haben sich bis in unsere Tage hinein erhalten. Mit Beginn der Neuzeit geriet die Karsthöhle allmählich in Vergessenheit. Ende des 19. Jahrhunderts war sie zum größten Teil verschüttet. In den 1880er Jahren erfolgte eine Ausgrabung der Höhle. Dabei fand man die Skelette von sechs Menschen (3 Erwachsene, 3 Kinder) vor dem Altar, welche zu einem unbekannten Zeitpunkt in der Höhle bestattet worden waren. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Volkmarskeller genau vermessen und von Höhlenforschern beschrieben. Schon bald wurde der Volkmarskeller als Ort für Feiern und Zusammenkünfte beliebt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts soll er ein populärer Treffpunkt der Harzer Höhlenforscher gewesen sein. Utensilien und Hinterlassenschaften im Inneren weisen auf eine vergleichbare Nutzung auch in der Gegenwart hin. Im Volkmarskeller gibt es in unseren Tagen eine Feuerstelle mit Rauchabzug in der Höhlendecke. Bedenken Sie aber, daß aus Gründen des Naturschutzes die Entzündung eines Lagerfeuers in einer Höhle nicht gestattet ist. Gegenüber des Haupteinganges befindet sich ein schmaler und niedriger Gang, welcher zu einem weiteren kleinen Höhlenraum führt. Vom Hauptraum zweigen obendrein noch verschiedene andere, für den Menschen unpassierbare Gänge ab. An der Westseite der Karsthöhle gibt es einen zweiten, von außen aber auf Grund der Geländebeschaffenheit praktisch nicht zugänglichen Eingang. Sie erreichen den Volkmarskeller über den Wanderweg durch den Klostergrund. Die Wanderung beginnt an Kloster Michaelstein. Dort befindet sich ein großer kostenloser Parkplatz. Von diesem liegt das Wanderziel ca. 3,5 Kilometer entfernt. Ein anderer Weg führt Sie von der nur etwa einen Kilometer entfernten kleinen Siedlung \“Eggeröder Brunnen\“ zu dieser geschichtsträchtigen Kalksteinhöhle. Zum \“Eggeröder Brunnen\“ gelangen Sie über die durch das Drecktal führende Landstraße von Heimburg nach Elbingerode.

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Das Schaubergwerk Büchenberg ist ein ehemaliges Eisenbergwerk rund drei Kilometer nordöstlich von Elbingerode im Harz. Es befindet sich unweit der Bundesstraße 244 in Richtung Wernigerode. Für Besucher, welche mit dem Auto anreisen, stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Die Besichtigung dieses ehemaligen Bergwerks ist im Rahmen einer Führung möglich. Der Führungsweg ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Die Erzlagerstätte des Büchenberg-Sattels ist etwa drei Kilometer lang und bis zu 40 Meter stark. Sie verläuft nördlich von Elbingerode in West-Ost-Richtung. Der Eisenanteil im Erz liegt durchschnittlich bei 22 Prozent, sein Maximalwert am Bergwerk Büchenberg bei etwa 35 Prozent. Bereits seit dem Mittelalter ist der Erzabbau am Büchenberg belegt. Zunächst war die Gewinnung des oberflächennahen kostbaren Gesteins im Tagebau in sog. Pingen möglich, welche eine Tiefe von bis zu 50 Metern erreichen konnten. Im näheren Umfeld des Schaubergwerkes sind noch heute mehrere dieser Vertiefungen im Erdboden zu sehen. Das einströmende Grundwasser verhinderte aber ein weiteres Vorstoßen in das Innere des Berges. Daher legten die Bergmänner später, der Lagerstätte folgend, klassische Bergwerke mit untertägigen Stollen und Entwässerungssystemen an. Erst im Jahre 1925 stellte man den Erzabbau am Büchenberg vorübergehend ein. Mit der Wiederaufnahme der Montantätigkeit im Jahre 1936 legte man das moderne Bergwerk Büchenberg an. Das hier geförderte eisenhaltige Gestein hatte eine besondere Bedeutung für die auf Hochtouren arbeitende Rüstungsindustrie. Der Erztransport geschah mit Hilfe einer in den Jahren 1940 bis 1941 erbauten und 8650 Meter langen Drahtseilbahn. Sie war seinerzeit die längste Industrieseilbahn in Europa und endete in Minsleben im nördlichen Harzvorland. Von dort fuhr das Eisenerz mit der Bahn in Richtung Salzgitter zur Verhüttung in die dortigen Hermann-Göring-Werke. Nach dem Krieg war diese Route als Folge der deutschen Teilung gesperrt. Man entschloß sich daher zum Bau eines speziellen, mit BHT-Koks betriebenen Niederschachtofenwerkes in Calbe/Saale extra für das Büchenberger Eisenerz. Ende der 1950er Jahren erfolgte eine umfassende Modernisierung der Drahtseilbahn. Etwa 460 Arbeiter förderten in den 1960er Jahren pro Jahr rund 440.000 Tonnen Erz aus dem Berg ans Tageslicht. Da zu dieser Zeit qualitativ hochwertigeres Eisenerz aus der Sowjetunion verfügbar wurde, stellte man im April 1970 den Betrieb des Bergwerkes Büchenberg ein. Im Berg verblieben damit rund 45 Millionen Tonnen nicht mehr abgebautes Eisenerz. Das Bergwerk hatte am Ende eine Tiefe von 300 Metern erreicht. Seine Stollen waren insgesamt mehr als 40 Kilometer lang. Der von Menschenhand unter Tage geschaffene künstliche Hohlraum umfaßte ein Volumen von etwa 1 Million Kubikmeter. Auf der ersten Sohle im Ostfeld der Grube wurde im Jahre 1989 anläßlich des 40. Jahrestages der DDR nach fünfjähriger Vorbereitungszeit das Schaubergwerk Büchenberg eröffnet. Als Eingang dient das ehemalige Stollenmundloch. Von dort wurde einst das geförderte Erz mit der erwähnten Drahtseilbahn abtransportiert. Die Antriebsanlage der Seilbahn ist erhalten geblieben und kann von Ihnen während des Rundganges besichtigt werden. Während der etwa 75 Minuten dauernden Führung bewegen Sie sich in rund 50 Metern Tiefe auf einem rund 600 Meter langen Weg durch den obersten Teil des ehemaligen Bergwerkes. Sie sehen hier diverse originale Maschinen aus dem Bergbau der 1950er und 1960er Jahre. Diese Geräte sind bis heute funktionstüchtig und werden extra für die Besucher wieder in Betrieb versetzt, was u.a. einen enormen Geräuschpegel zur Folge hat. Weiterhin bekommen Sie im Schaubergwerk Büchenberg einen interessanten Einblick in die Geologie des Harzes. Ein bunter Wechsel von Erz und taubem Gestein beeindruckt auch den Laien und gibt einen Einblick in die Entstehung der Erzlagerstätte. Sie erreichen das Schaubergwerk Büchenberg mit dem Auto über die Bundesstraße 244. Nördlich von Elbingerode folgen Sie den Hinweisschildern. Zunächst fahren Sie dort von der Bundesstraße auf die Landstraße in Richtung Heimburg, um nach etwa zweihundert Metern nach links in die Zufahrtsstraße zum Bergwerk abzubiegen. Bald erreichen Sie den Großparkplatz unweit des übertägigen Gebäudekomplexes, welcher nach der Schließung des Bergwerkes bis zum Ende der DDR als Betriebsferienheim genutzt wurde. Direkt an diesem Parkplatz befindet sich ein Gedenk- und Informationspunkt der Montanindustrie des Elbingeröder Komplexes, zu welchem auch der Büchenberg-Sattel gehört. Hier erhalten Sie interessante Hintergrundinformationen zu diesem Grubenrevier und dem Bergbau im Allgemeinen. Bis zum Eingang des Schaubergwerkes müssen Sie von hier aus noch ungefähr 300 Meter Fußweg auf einer nicht öffentlichen Straße bewältigen. Am Straßenrand stehen zahlreiche technische Gerätschaften, welche einst im Inneren des Berges oder an der Oberfläche zum Einsatz kamen. Zu jedem der Exponate gibt es eine Hinweistafel mit entsprechenden Erläuterungen.

 

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Am Ortsrand von Elbingerode befindet sich am Tagebau der Felswerke die HWN 39. Vom Standort des Stempelkastens kann man den gesamten Tagebau überblicken und bekommt auf der Schautafel einige hilfreiche Erläuterungen um die Form des  Kalkabbaus zu verstehen. Im Raum Elbingerode/Rübeland liegt eines der qualitativ hochwertigsten und bedeutendsten Massenkalkvorkommen Deutschlands. Seit ca. 100 Jahren wird der Kalkstein hier deshalb in Tagebauen gewonnen. Die Kalksteinlagerstätten im Raum Elbingerode/Rübeland entstanden im Devon vor etwa 350 Millionen Jahren. Mit einem Kalziumkarbonat-Gehalt (CaCO3) von 97% bis 99% bildete sich ein Vorkommen ungewöhnlicher Reinheit, Homogenität und Mächtigkeit. Der Kalkstein wurde über viele Jahrhunderte nur für den lokalen Bedarf oder für manufaktur-artige Betriebe z.B. Marmormühlen oder kleine Brennöfen im Zusammenhang mit der örtlichen Eisenindustrie gewonnen. Dies änderte sich mit dem Bau der Rübelandbahn von Blankenburg in den Harz über Rübeland, Elbingerode bis nach Tanne in den Jahren von 1884 bis 1886 grundsätzlich. Entlang der Bahnstrecke entstand innerhalb weniger Jahre eine Vielzahl von Kalkwerken. Man erreicht die Stempelstelle vom Ortszentrum über die Torstraße und folgt den beschilderten Wegen.

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