WeltWald Harz

\"Stempelstelle

Der \“WeltWald Harz\“ liegt nordwestlich von Bad Grund unweit des Hübichensteins am äußersten Westrand des Gebirges. Es handelt sich um einen etwa 65 Hektar großen botanischen Garten, in welchem fremdländische Bäume und Sträucher zu besichtigen sind. Der WeltWald beherbergt heute über 600 Baum- und Straucharten und ist damit einer der größten Baumgärten in Deutschland. Sie finden hier keine Einzelexemplare vor, sondern Baumgesellschaften mit möglichst jeweils dazu passenden Arten im näheren Umfeld. Die Entscheidung zur Anlage dieser exotischen Parklandschaft stammt bereits aus dem Jahre 1971. Im darauf folgenden Jahr riß ein starker Sturm große Lücken in den Fichtenbestand der Region. Nach der Aufarbeitung dieser Windbruchflächen ergab sich am heutigen Standort auf einer Fläche von zunächst rund 20 Hektar Raum für Neuanpflanzungen. Seit dem Jahre 1975 wurde dieser Platz mit exotischen Bäumen bepflanzt und als Parkanlage gestaltet. Das zunächst \“Arboretum\“ (von lat. \“arbor\“ = Baum) genannte Areal sollte dabei sowohl wissenschaftlichen Zwecken dienen als auch als Erholungsgebiet genutzt werden können. Im Jahre 2009 erfolgte eine Namensänderung von \“Arboretum\“ zu \“Weltwald Harz\“. Dieser neue Begriff ist kurz und prägnant und bringt das Anliegen der parkähnlichen Anlage besser zum Ausdruck als die alte, für Uneingeweihte recht kryptische Bezeichnung, deren inhaltliche Bedeutung nicht auf den ersten Blick erkennbar war. Im WeltWald wachsen Bäume aus verschiedenen Waldregionen der Nordhalbkugel unseres Planeten. Das Areal gliedert sich daher in die vier Gebiete \“Westliches Nordamerika\“, \“Östliches Nordamerika\“, \“Asiatische Waldregion\“ und \“Europäische Waldregion\“. Der WeltWald Harz geht an den Parkgrenzen nahtlos in den natürlichen Baumbestand des Harzes über, welcher hier vor allem von Buchen geprägt wird. Durch die Parkanlage führen mehrere Rundwanderwege mit unterschiedlicher Länge und Themenschwerpunkten – darunter der \“Blütenweg\“, der \“Herbstlaubweg\“, ein Erlebnispfad sowie ein für Rollstuhlfahrer geeigneter barrierefreier Weg. Die Gesamtwegstrecke innerhalb des WeltWaldes beträgt rund 12 Kilometer und der maximale Höhenunterschied etwa 150 Meter. Am Wegesrand finden Sie zahlreiche Infotafeln vor, welche nähere Auskunft zu den einzelnen Baumarten und deren Heimat geben. Unterwegs treffen Sie außerdem auf diverse Sitzgruppen, mehrere Aussichtspunkte und verschiedene weitere Attraktionen. Während Ihres Aufenthalts im WeltWald sollten Sie die hier geltenden Verhaltensregeln einhalten. Radfahren und Reiten sind auf dem gesamten Areal verboten und Hund müssen an der Leine geführt werden. Des weiteren dürfen Sie die Wege nicht verlassen und Pflanzen nicht beschädigen. Zelten und Grillen sind im WeltWald ebenfalls nicht erlaubt. Der WeltWald Harz ist für jedermann rund um die Uhr frei zugänglich. Beachten Sie dabei, daß das Betreten auf eigene Gefahr erfolgt und es innerhalb des Geländes – wie in jedem normalen Wald auch – keinen Winterdienst gibt. Für den Gang durch die Parkanlage wird festes Schuhwerk empfohlen.

\"Hübichenstein\"

Der Hübichenstein ist ein etwa 50 Meter hoher und steil aufragender Kalkfelsen nördlich von Bad Grund nahe der Bundesstraße 242. Dieses Naturdenkmal besteht aus zwei miteinander verbundenen Felsnasen. Der Kalkstein des Hübichensteins stellt den Überrest eines Korallenriffs aus der Zeit des Devon dar und gehört damit erdgeschichtlich zum Kalkstock des nahen Iberg. Im Umfeld des Hübichensteins gibt es mehrere Höhlen sowie diverse Pingen, welche auf eine frühere Bergbautätigkeit rund um den Kalksteinfelsen hinweisen. Auf dem Wanderweg um die markanten Felsnadeln treffen Sie außerdem auf Erzreste und das Erdöl anzeigende Mineral Impsonit. Das Areal um den Hübichenstein steht unter besonderem Schutz. Das Klettern auf den Felsen ist verboten, ebenso wie alle anderen Handlungen, welche den Charakter des Naturdenkmals verändern könnten. Im Jahre 1897 wurde auf der Spitze des höheren Felsens ein Kaiser Wilhelm I. gewidmeter überlebensgroßer bronzener Adler mit etwa drei Metern Flügelspannweite angebracht. Des weiteren entstand am Hübichenstein ein Denkmal zu Ehren des Kaisers in Form eines rund zwei Meter hohen Bildnisses. Dieses befestigte man im unteren Bereich des Felsen. Während das Kaiserbild jedoch bald nach Ende des Ersten Weltkrieges zerstört wurde, thront der Adler noch heute auf seinem exponierten Platz. Die kleinere Felsnadel ist begehbar und bietet dem Wanderer u.a. einen herrlichen Ausblick auf die Stadt Bad Grund. Am Fuße des Hübichensteins befindet sich darüber hinaus eine kleine Felsenbühne. Diese ist jedes Jahr in der Nacht zum ersten Mai Schauplatz einer der bedeutendsten Feiern zur Walpurgisnacht im Harz. Verschiedene Sagen ranken sich um den Hübichenstein. Unter dem Felsen soll sich einst die Wohnung des Zwergenkönigs Hübich befunden haben. Dieser war ein meist freundlicher und hilfsbereiter Mann, welcher notleidenden Menschen großzügige Geschenke machte. Allerdings durfte kein Mensch den Hübichenstein besteigen. Solch frevelhaftes Handeln soll Hübich umgehend bestraft haben. Der Zwergenkönig Hübich sollte einer Sage zufolge so lange über den Felsen herrschen, wie der Große Hübichenstein höher sei als der Kleine. Die Sage berichtet nämlich außerdem, daß der in unseren Tagen begehbare kleinere Felsen einstmal höher war als der benachbarte mit dem bronzenen Adler auf der Spitze. Im Dreißigjährigen Krieg haben die kaiserlichen Soldaten unter Tilly aber aus lauter Mutwillen die Spitze des Großen Hübichensteins mit Kanonen heruntergeschossen. Seitdem wurde der Zwergenkönig Hübich nie wieder gesehen.

\"Stempelstelle

Der rund 34 Meter hohe Albertturm steht auf einem Bergsporn des Ibergs in etwa 555 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Er stellt ein beliebtes Wanderziel dar und bietet gleichzeitig einen schönen Ausblick auf die umgebenden Harzberge und das nahe westliche Vorland dieses Gebirges. Ein erster Aussichtsturm wurde an diesem Standort bereits im Jahre 1886 auf Initiative verschiedener Vereine aus Bad Grund errichtet. Diese ca. 20 Meter hohe Holzkonstruktion war allerdings den rauhen Witterungsbedingungen nicht gewachsen und mußte wegen erheblicher Schäden nach relativ kurzer Nutzungszeit wieder abgerissen werden. Im August des Jahres 1907 begann die Errichtung eines neuen Aussichtsturmes an der Stelle des Vorgängerbauwerks. Dieses nun 25 Meter hohe steinerne Bauwerk konnte im Mai 1908 eingeweiht werden. Zu Ehren des Gründungsmitglieds des Harzklubs Albert Schneider erhielt der neue Turm den Namen \“Albertturm\“. Bereits Ende der 1920er Jahre waren erste Bauschäden am Albertturm erkennbar. Im Jahre 1954 mußte dann der Zugang zum Turm gesperrt werden. Bereits im Folgejahr erfolgte eine Sanierung und bauliche Verstärkung des Aussichtsturmes. Der umgebende Buchenwald war im Laufe der Jahrzehnte sehr hoch gewachsen und vom Albertturm daher keine schöne Aussicht mehr möglich. Daher erhöhte man im Jahre 1963 den Turm um beinahe 10 Meter auf sein heutiges Ausmaß. Von oben können Sie seither wieder einen guten Blick auf große Teile des westlichen Harzes sowie das westliche Harzvorland genießen. Neben dem Albertturm befindet sich eine täglich außer freitags geöffnete Waldgaststätte mit Café. Hier erwartet Sie eine traditionelle Harzer Küche. Als besondere Attraktion gibt es am Aussichtsturm in den Sommermonaten an jedem Sonntagnachmittag eine Schneeballschlacht mit echtem Schnee. Dieser Schnee wird im Winter in einige der im Iberg zahlreichen, durch Auswaschungen entstandenen Vertiefungen verbracht und mit Reisig abgedeckt. Nahe des Albertturms können Sie die \“Gletschertöpfe\“ – mehrere dieser eindrucksvollen Gesteinsvertiefungen – aus sicherer Position hinter einer Absperrung betrachten. Nahe des Albertturms beginnt der lehrreiche Waldquizpfad. Auf diesem Weg können Sie ihr Wissen über Tiere und Pflanzen testen und erweitern sowie Geschicklichkeitsübungen wie z.B. Zapfenwerfen und Bogenschießen durchführen. In der Nähe befinden sich darüber hinaus die beiden bedeutenden Sehenswürdigkeiten \“Iberger Tropfsteinhöhle\“ und \“Hübichenstein\“. Der Albertturm gehört obendrein zu den zahlreichen Stationen auf dem Harzer Baudensteig.

\"Die

Die Iberger Tropfsteinhöhle befindet sich nördlich von Bad Grund am Hang des Ibergs ca. 120 Höhenmeter unterhalb des Gipfels. Der Eingang zu dieser Schauhöhle liegt direkt an der Bundesstraße 242 am Rande eines großen Parkplatzes. Die Iberger Tropfsteinhöhle gehört zu den großen Sehenswürdigkeiten im westlichen Teil des Harzes. Sie ist Teil eines mehr als acht Kilometer langen Höhlensystems. Davon sind innerhalb der Naturhöhle rund 130 Meter begehbar. Die Iberger Tropfsteinhöhle befindet sich in einem ca. 385 Millionen Jahre alten Kalkmassiv, welches aus einem Korallenriff hervorging. Sie stellt eine geologische Besonderheit dar, da es sich um eine sog. \“Verwitterungshöhle\“ handelt. Das in den Fels eingedrungene Grund- und Oberflächenwasser sorgte hier für eine Verwitterung (d.h.: Verrostung) des im Kalkstein in großen Mengen enthaltenen Eisenkarbonats Siderit. Der im Wasser gelöste Sauerstoff reagierte mit dem Eisen zu Brauneisenerz und Kohlendioxid. Aus diesem entstand in Verbindung mit Wasser Kohlensäure, welche das Kalkgestein auflöste und so die Hohlräume im Iberg schuf. Neben der Iberger Tropfsteinhöhle gibt es noch etwa 100 weitere Höhlen im Iberg-Massiv. Die ersten Höhlen im Iberg wurden um das Jahr 1524 bekannt. Auch die Iberger Tropfsteinhöhle wurde vermutlich zu Beginn des 16. Jahrhunderts von Bergleuten entdeckt. Diese waren auf der Suche nach Brauneisenstein, welcher hier aus bereits genannten Gründen reichlich vorkommt. Eine erste Beschreibung der Iberger Tropfsteinhöhle lieferte im Jahre 1737 der Arzt und Naturforscher Franz Ernst Brückmann nach einer einige Jahre zuvor erfolgten Begehung der Höhle. Jahrzehntelang war die Tropfsteinhöhle frei zugänglich, was diverse Vandalismusschäden in Form von abgebrochenen Tropfsteinen zur Folge hatte. Im Jahre 1874 wurde die Höhle zur Schauhöhle umgebaut und ist seither verschlossen. Besichtigungen sind seit dieser Zeit nur noch im Rahmen einer gegen Entgelt angebotenen Führung möglich. Ein ca. 85 Meter langer Zugangsstollen, welcher später als neuer Eingang dienen sollte, wurde im Jahre 1911 fertiggestellt. Im darauf folgenden Jahr erstrahlte die Iberger Tropfsteinhöhle erstmals im Licht elektrischer Lampen. In der Iberger Tropfsteinhöhle herrscht das ganze Jahr über eine beinahe konstante Temperatur von 8° Celsius. Die Luftfeutigkeit im Inneren der Höhle beträgt fast 100%. Einige der im Verlauf vieler Jahrtausende entstandenen Tropfsteingebilde wurden nach Harzer Sagengestalten benannt. Die häufig zu beobachtende Rotverfärbung der Tropfsteine wird durch die enthaltenen Eisenbestandteile verursacht, während die ebenfalls oft ersichtliche blau-grüne Färbung auf Kupfermineralien hinweist. Eine der größten Tropfsteinformationen in der Iberger Tropfsteinhöhle ist der \“König Hübich\“. Bei der Entstehung dieser Besucherattraktion war die Hand des Menschen nicht ganz unbeteiligt. Ein weiteres eindrucksvolles Tropfsteingebilde stellt der \“versteinerte Wasserfall\“ dar. Im Juli 2008 wurde der neu gestaltete Eingangsbereich mit dem \“HöhlenErlebnisZentrum\“ eröffnet. Der Zugang zur Iberger Tropfsteinhöhle erfolgt seitdem direkt vom Parkplatz an der Bundesstraße 242. In dem markanten Eingangsgebäude finden Sie die Kasse, ein Café, den Museumsshop, eine Mineralienausstellung und als besondere Attraktion das \“Museum am Berg\“. Dort werden die weltweit einzigartigen Funde aus der nahe Osterode gelegenen Lichtensteinhöhle präsentiert. Sie erfahren Einzelheiten über die älteste genetisch nachgewiesene Famile der Welt und deren heute im Harzgebiet lebenden Nachfahren und sehen eine entsprechende Rekonstruktion einer bronzezeitlichen Familie – bestehend aus Vater, Mutter und Kind. Des Weiteren können Sie die als Grabstätte genutzte enge Lichtensteinhöhle in einem originalgetreuen Nachbau hautnah erleben. Vom Eingangsgebäude führt ein rund 160 Meter langer künstlicher Stollen zur eigentlichen Tropfsteinhöhle. Auf dem Weg dorthin begleitet Sie das \“Museum im Berg\“. Dieses beinhaltet eine Ausstellung zur Entstehung des Ibergs und seinen Weg aus der Gegend nahe des heutigen Madagaskars in den Harz. Dabei erhalten Sie interessante Einblicke in die Erdgeschichte sowie die einstige Bergbautätigkeit in diesem Kalksteinmassiv. Die Besichtigung der Iberger Tropfsteinhöhle ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Diese dauert etwa 30 Minuten. Nach Voranmeldung können auch Gruppenführungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten durchgeführt werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit für Höhlenführungen in den Sprachen Englisch, Dänisch und Spanisch. Die Iberger Tropfsteinhöhle stellt ein wichtiges Überwinterungsquartier für Fledermäuse dar. Als Folge der Beleuchtung haben sich in der Höhle diverse Moose und Farne angesiedelt. An der Tropfsteinhöhle führt außerdem der Harzer Baudensteig vorbei. Sie können das \“HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle\“ auch von der Ortslage Bad Grund in kurzer Zeit erwandern.

Der Kurort Bad Grund besitzt am nördlichen Ortsrand mit dem Eisensteinstollen eine nicht alltägliche Heilstätte. Dieser ehemalige Bergbaustollen im Kalksteinmassiv des Ibergs befindet sich am Wanderweg durch das \“Märchental\“ etwa zweihundert Meter unterhalb der Iberger Tropfsteinhöhle. Um die Heilkraft dieses besonderen Ortes zu erfahren, müssen sich die Patienten tief in den Berg hinein begeben. Der Eisensteinstollen wurde im Jahre 1869 zum Abbau von Eisenerz angelegt. Der heutige Stollen ist Teil eines komplexen und rund sechs Kilometer langen Gangsystems. Seit dem Jahre 1987 wird der vordere Teil des einstigen Eisenbergwerks als Naturheilstätte genutzt. Hier werden in der sog. \“Speläotherapie\“ Atemwegserkrankungen, Allergien und diverse weitere Leiden behandelt. Die Luft im Inneren des Eisensteinstollens ist praktisch staubfrei und die Luftfeuchtigkeit liegt nahe 100 Prozent. Dazu herrscht im Stollen über das ganze Jahr eine fast gleichbleibend niedrige Temperatur von etwa acht Grad Celsius. Die hohe Feuchtigkeit bindet eindringende Staubpartikel, welche als Kondensationskerne fungieren, und läßt diese zu Boden sinken. Ein beständiger Luftstrom befördert außerdem möglicherweise noch verbliebene Verunreinigungen ins Freie. Dieses Naturphänomen wird auch als \“dynamische Bewetterung\“ bezeichnet. Dadurch haben Pollen, Ruß, Staub und Co. im Eisensteinstollen keine Chance. Der Eisensteinstollen in Bad Grund ist die einzige derartige Therapiehöhle in Norddeutschland. Im Stollen finden etwa 50 Patienten Platz. Die Wirkung der im allgemeinen drei Wochen dauernden Therapie hält meist über mehrere Monate an. Bei rechtzeitiger Behandlung ist sogar eine Heilung der Erkrankungen möglich.

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